Landrat kündigt Wechsel in der Führungsspitze der Kreisverwaltung an

Landrat Olaf Schade

Landrat Olaf Schade

Kreisdirektorin Iris Pott/Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Kreisdirektorin Iris Pott/Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Fachbereichsleiter Klaus Tödtmann

Fachbereichsleiter Klaus Tödtmann

„Kreisdirektorin Iris Pott wird nach 16 Jahren im Amt nicht für eine weitere achtjährige Wahlperiode zur Verfügung stehen. Ihre Amtszeit endet damit am 31. Dezember 2020.“ Diese Information machte Landrat Olaf Schade in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses öffentlich.

Gleichzeitig erläuterte er das Prozedere, mit dem die Aufgabe neu vergeben werden soll. „Hier gilt es, rechtliche Vorgaben und Besonderheiten des nächsten Jahres zu beachten“, so Schade. Rechtlich regelt die Gemeindeordnung: Die Wahl einer Kreisdirektorin oder eines Kreisdirektors ist frühestens sechs Monate vor dem Freiwerden der Stelle möglich. In diesem Fall also ab dem 1. Juli.

Stellenausschreibung soll frühzeitig auf dne Weg gebracht werden

Zu dieser Zeit sind 2020 aber bereits Sommerferien. Wenn die Ferien Mitte August enden, stehen keine fünf Wochen später die Kommunalwahlen auf dem Programm. „Meine Überzeugung lautet: Es wäre nur schwer vermittelbar und mit meinem demokratischen Verständnis auch nicht vereinbar, diese wichtige Personalentscheidung vom alten Kreistag treffen zu lassen. Immerhin werden mit der Wahl Fakten für acht Jahre geschaffen“, machte Schade seine Position deutlich.

Anzustreben sei vielmehr ein zeitnahes Votum des neuen Kreistages. Um dies im November 2020 einholen zu können und dem Dienstbeginn am 1 Januar 2021 den Weg zu ebnen, werde die notwendige Stellenausschreibung so frühzeitig wie nötig veranlasst.

Fachbereichsleiter Tödtmann ab März im Ruhestand

Eng mit der Pott-Nachfolge verbunden ist für Schade die Frage, wie mit der Leitung des Fachbereiches Bau, Umwelt, Vermessung und Kataster im Schwelmer Kreishaus umgegangen wird. Amtsinhaber Klaus Tödtmann wird ab März 2020 im Ruhestand sein.

„Da zu diesem Zeitpunkt noch unklar ist, welche Zuständigkeiten die neue Kreisdirektorin oder der neue Kreisdirektor übernehmen möchte und übernehmen wird, vergeben wir die Fachbereichsleitung erst nach der Wahl und nachdem die Aufgaben verteilt sind“, kündigte Schade an.

Für die Übergangszeit und bis zur Neubesetzung der zwei wichtigen Stellen in der Kreisverwaltung will der Landrat die Aufgaben des bisherigen Fachbereichsleiters im Rahmen seiner Organisationsgewalt auf andere Fachbereichsleiter verteilen. „Damit stellen wir sicher, dass die Arbeiten in bisher gewohnter Qualität erfüllt werden.“

Vereinbarte Vertraulichkeit wurde gebrochen

Keinen Hehl machte Schade gegenüber den Politkern über sein Bedauern, dass die unter den Parteien im Ältestenrat vereinbarte Vertraulichkeit über die notwendige Neuwahl durch einen Antrag der Kreistagsfraktion Die Linke zum jetzigen Zeitpunkt durchbrochen worden ist.

„Mehr als ein Jahr vor dem Ausscheiden von Iris Pott ihre Pläne öffentlich zu machen, führt durchaus zu Unruhe. Geplant war eigentlich, dass die Kreisdirektorin ihre Entscheidung im ersten Halbjahr 2020 selbst verkündet“, verriet Schade.