Leitstelle: Neue Technologie ebnet erstmals Weg für schnelle Hilfe

Dank des Einsatzes der neuen Technik ist der Notarzt auch bei unklarer Positionsangabe schnell an der Einsatzstelle./Archivbild: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Dank des Einsatzes der neuen Technik ist der Notarzt auch bei unklarer Positionsangabe schnell an der Einsatzstelle./Archivbild: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Um Betroffenen noch schneller helfen zu können, setzen wir zukünftig auch auf die so genannte Advanced Mobile Location. Damit können wir den Standort von Personen, die mit ihrem Handy die 112 anrufen und um Hilfe der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes bitten, bestimmen.“ Genau zehn Tage nach diesem Hinweis von Markus Goebel. Leiter der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus, hat die neue Technik erstmals bewiesen, wie sinnvoll ihr Einsatz ist.

Der Fall: In einem Waldgebiet in Ennepetal im Bereich Aske/Buntebach verunglückte eine Reiterin schwer. Glück im Unglück: Zufällig kamen Personen an der Unfallstelle vorbei. Um Hilfe zu holen, wählten sie die 112. Glück im Unglück hoch zwei: Zwar wussten die Anrufer nicht ausreichend genau, wo sie sich befinden.

Das war aber aufgrund der seit kurzem vom Kreis genutzten Technik auch gar nicht nötig. Per Advanced Mobile Location (AML) konnten die Mitarbeiter der Leitstelle den Standort auf drei Meter genau orten und Rettungswagen sowie Notarzt in den Einsatz schicken. Die schwer verletzte Reiterin wurde in ein Hagener Krankenhaus eingeliefert.

„Selbst Schwerstverletzte können jetzt auf schnelle Hilfe hoffen"

„Dank AML aktiviert ein Mobiltelefon bei Anruf der 112 zu Gesprächsbeginn automatisch WLAN und Satellitennavigation. Und das sogar, wenn keine SIM-Karte eingelegt ist. Die Standortdaten des Anrufers werden per SMS oder HTTPS an uns übermittelt“, erläutert Goebel.

Ein Vergleich zwischen dem aktuellen Fall und einem Einsatz des letzten Jahres unterstreicht den damit verbundenen Vorteil. Seinerzeit hatten Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr stundenlang in einem Waldstück bei Ennepetal nach einem verunglückten Wanderer suchen müssen. Er war querfeldein gelaufen und kannte seinen Standort nicht. Ebenso sinnvoll ist die neue Technik in Fällen, in denen Sprachbarrieren bestehen oder Anrufer traumatisiert sind.

„Selbst Schwerstverletzte, die auf sich allein gestellt sind, können jetzt auf schnelle Hilfe hoffen. Es ist ja praktisch absolut ausreichend, die 112 zu wählen und wir wissen, wo jemand in einer Notlage ist“, so Goebel.