Müll trennen mit Spaß und Verstand

Auch alte Staubsauger gehören zum Schrott, der beim „Wertstoffhof to go“ auf dem Kirmesplatz abgeliefert wird./Foto: Angelika Trapp/Westfalenpost

Auch alte Staubsauger gehören zum Schrott, der beim „Wertstoffhof to go“ auf dem Kirmesplatz abgeliefert wird./Foto: Angelika Trapp/Westfalenpost

Wenn jetzt noch Hintergrundmusik die Aktion begleitet hätte, hätte man von einer kleinen Problemabfall-Party sprechen können. „Ja, wir haben immer Spaß bei der Sammlung“, betonte gut gelaunt Elisabeth Henne, Abfallfachfrau im Schwelmer Kreishaus, die zur Premiere von „Wertstoffhof to go“ nach Ennepetal eingeladen hatte.

Und auch der Mitarbeiter vom Entsorgungsunternehmen AHE, Wolfgang Busse aus Ennepetal, meinte: „Ich habe mich freiwillig gemeldet, achtmal im Jahr samstags diese Aktion zu begleiten. Es geht locker zur Sache, man geht freundlich miteinander um, und es macht Freude zu sehen, wie umweltbewusst die Leute handeln, was alles hier angeliefert wird.“ „Sogar ein einzelnes Fläschchen Nagellack wurde gebracht“, sagt Karina Birka, Kollegin von Elisabeth Henne.

Gute Müll-Trennung bescheinigt

Zwischen 9 und 14 Uhr konnten - wie bisher schon üblich - am Kirmesplatz in Voerde Schadstoffe wie Farben, Lacke, Chemikalien, Pflanzenschutzmittel sowie Elektrogeräte abgegeben werden. Neu war diesmal aber das Angebot, auch Altmetalle in jeglicher Form anliefern zu können. Und: Auch mit alten Plastikbehältern, Regentonnen aus Hartkunststoff, Gartenstühlen, Tonerkartuschen und CDs sowie DVDs konnten die Bürger anmarschieren.

Jürgen Trachler gab neben Metallschrott und Kaminbesteck - „früher hat das der Schrotthändler bekommen“ - eine leere Dose Sprühsahne ab. Ingrid Rauleff aus Hasperbach und Bianka Schweser vom Büttenberg trennten sich von ihren Staubsaugern und Karl-Heinz Gockel von seiner Brotmaschine, die zu dünne Scheiben schnitt.

Ennepetal hat keinen Wertstoffhof

Friedrich Rothenberg aus Rüggeberg, der stets die Gelegenheit der Abfallsammlung nutze, kam mit einer Pumpe und einem Arm voller Kabel. „Heute wurden mehr Elektrogeräte abgegeben als sonst“, freute sich Elisabeth Henne. „Und die Aktion ,Altmetalle’ war richtig erfolgreich“, bilanzierten Henne und auch Svenja Wollmer-Rügger von den Stadtbetrieben, die vor Ort war. „Tonerkartuschen, CDs - allein in einer Stunde kamen Berge hier an.“

Man habe, so Henne, die Aktion erstmals in Ennepetal durchgeführt, „weil Ennepetal keinen eigenen Wertstoffhof habe; da bestehe in der Klutertstadt eine Lücke - und diesem Umstand wollen wir entgegenwirken“, erklärt Elisabeth Henne, die sagte: „Im Oktober mache ich das 40 Jahre. Ich kenne jede Mülltonne persönlich.“

Alle zwei Monate kommt in der Klutertstadt der Sperrmüll

„Wir als Ennepe-Ruhr-Kreis sind schon bezüglich der Problemabfallsammlung richtig klasse, und wir sind bestrebt, für die Bürger optimale Angebote zu gestalten“, sagte die Abfallfachfrau, die übrigens den Ennepetalern eine gute Müll-Trennung bescheinigte.

„Und alle zwei Monate kommt in der Klutertstadt der Sperrmüll. Es läuft in Ennepetal“, betonte Elisabeth Henne, die mit Karina Birka und Svenja Wollmer- Rügger auch fachlich beratend jedem Bürger zur Seite stand.

Henne erzählte, weil es ja eben „da oben“ in Voerde auch humorvoll zuging, dass schon mal „Spielzeug“ für Erwachsene entsorgt wurde. „Das gehörte in den Elektroschrott, aber wir mussten es erst einmal auspacken. Das war diskret mit Zeitungspapier umwickelt.“

„Heute wurde, nach dem Aufruf in der Tageszeitung, die Problemabfallentsorgung  besonders gut angenommen. Auch die neue Gesamtkombination Kunststoff, CDs und Tonerkartuschen sowie Altmetall war äußerst erfolgreich“, bilanziert Svenja Wollmer-Rügger.

Drei bis vier Tonnen abgegeben

Am Samstag wurden drei bis vier Tonnen Problemabfall abgegeben, bemerkte Wolfgang Busse (AHE). Plattenspieler, Handys, Kaffeemaschinen, Toaster, Gartenbank aus Plastik, Bratpfanne, Weihnachtsbeleuchtung, Radio: Alles verschwand in den großen Behältern. „Kann man hier was kaufen?“, fragte eine junge Frau die Mitarbeiter der Entsorgungsunternehmen AHE und Remondis. Keine Chance...

Fazit: Premiere gelungen. „Das nächste Mal komme ich wieder“, sagte Manfred Deneke, „ich suche noch ein paar Farbtöpfe zusammen. Die sind so freundlich und hilfsbereit hier.“

Acht Sammeltermine im Jahr auf dem Kirmesplatz

Acht Sammeltermine finden jährlich in Voerde auf dem Kirmesplatz statt; Problemabfälle können kostenlos abgegeben werden. Die nächste Sammlung findet am Samstag, 10. August, von 9 bis 14 Uhr statt, teilt Elisabeth Henne mit.

Eine Umladeanlage, ein Wertstoffhof, befindet sich bei der Firma AHE in Gevelsberg, Hundeicker Straße 24-26. Montags bis freitags von 13 bis 16.30 und samstags von 9 bis 12 Uhr werden dort Problemabfälle angenommen.

Quelle: Westfalenpost, Lokalausgabe Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal und Sprockhövel, Autorin Angelika Trapp