Neue Mobilität: Unternehmen machen sich auf den Weg

Informierten die Unternehmer über neue Formen der Mobilität: Markus Borgiel (Stadtwerke Witten), Olaf Schade, Stephan Rohleder (Geschäftsführer "Das Triebwerk"), Peter Bökenkötter, Christian Wilms (Geschäftsführer "Das Triebwerk"), Dr. Dirk Drenk, Ralf Stoffels (Präsident der SIHK zu Hagen), Uwe Träris (AVU AG), Claudia Mahneke (EnergieAgentur.NRW), Anja Aster (EnergieAgentur.NRW) und Johannes Auge./Foto: Bernd Henkel

Details rund um E-Fahrzeuge lieferte Thomas Ostmann von der AVU.

Diese Rechnung machte Jobrad Vertreter Stefan Mielke den Unternehmern auf.

Dietmar Schulte stellte den Teilnehmern die Streetscoooter Fahrzeugpalette vor.

Jobticket und Jobrad - das waren zwei der Topthemen auf der Veranstaltung „Neue Mobilität im Betrieb - Den ersten Schritt machen“. Der Einladung der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr in die Triebwerk dtw GmbH in Schwelm waren rund 60 Firmenvertreter gefolgt.

„Eine Resonanz, die zeigt, wie wichtig unseren Unternehmern umweltfreundliches dienstliches wie privates Fortkommen ihrer Mitarbeiter ist“, machte Landrat Olaf Schade in seiner Begrüßung deutlich.

Zu Beginn warf Johannes Auge von der Beratungsgesellschaft B.A.U.M. Consult für die Teilnehmer einen Blick auf die Chancen und Herausforderungen für die Betriebe. „Die sich ändernden Anforderungen an Mobilität und Verkehr machen für Unternehmen und Verwaltungen neue Konzepte erforderlich. Es gilt den Status Quo zu analysieren und daraus Ziele für eine ebenso umweltfreundliche wie nutzerfreundliche Mobilität zu entwickeln.“

Informationen darüber, wo Unternehmen wie von wem unterstützt werden

Als Beispiele nannte Auge Regelungen für das Parken am Unternehmen sowie das Fuhrparkmanagement. Gleichzeitig gelte es, die Mitarbeiter zu motivieren. „Hier können beispielsweise Fahrgemeinschaften unterstützt oder der Kauf von Fahrrädern gefördert werden.“

Wer Unternehmen wie unterstützt, wo Gelder abrufbar sind und was der Markt an umweltfreundlichen Fahrzeugen bietet, darüber informierten Referenten der EnergieAgentur.NRW, der StreetScooter GmbH und des Gevelsberger Energieversorgers AVU.

Auf offene Ohren stieß auch Stefan Mielke, Vertreter der LeaseRad GmbH. „Mit Jobrad bringen wir Ihre Mitarbeiter auf das Zweirad. Dank eines Leasingmodells funktioniert dies für alle Beteiligten ebenso bequem wie günstig“, warb er.

Bundesweit mehr 200.000 Leasing-Räder unterwegs

Mit dem Marktführer für dieses Modell arbeiten bundesweit inzwischen mehr als 7.500 Arbeitgeber zusammen. Darunter neben vielen kleinen und mittelständischen Betrieben auch Konzerne wie die Deutsche Bahn und Canon oder die Bochumer GLS Bank. „Unsere Erfahrung: Nach einem Blick auf Vor- und Nachteile dieses Leasings sind viele Beschäftigte für das Angebot Feuer und Flamme. Die Zahl der Verträge bei allen Leasingunternehmen dürfte aktuell bei mehr als 200.000 liegen, Tendenz stark steigend“, so Mielke.

Was aber auch deutlich wurde: Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes kommen auf diese Weise aktuell nicht in den Sattel. Die Gewerkschaft Verdi trägt die für das Modell notwendige Entgeltumwandlung nicht mit, hat sie zuletzt bei den jüngsten Tarifverhandlungen erneut abgelehnt.

VER warf für das Jobticket

Auf dem Markt der Möglichkeiten war Peter Bökenkötter, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr, ein gefragter Gesprächspartner. Mit Blick auf das Job-Ticket seiner Gesellschaft lautete seine klare Botschaft: „Wenn es darum geht, dieses Fahrkarte in Ihrem Unternehmen einzuführen, beraten wir individuell und kostenlos.“

SIHK, EnergieAgentur.NRW und Elektromobilität NRW, die Stadtwerke Witten, die AVU und B.A.U.M. Consult - alle Veranstaltungspartner der EN-Agentur zogen ein positives Fazit. „Die Fragen und das Interesse haben gezeigt: Es hat sich gelohnt, die Mobilität von Betrieben und ihren Mitarbeitern zum Thema zu machen“, so Organisator Dr. Dirk Drenk.

Stichwort Bike-Leasing per Entgeltumwandlung

Grundlage ist ein Rahmenvertrag zwischen dem Unternehmen und einem der inzwischen zahlreichen Leasingrad-Dienstleister. Ist dieser geschlossen, können Arbeitnehmer ein von ihnen gewünschtes Rad bei einem Händler auswählen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließen einen Überlassungsvertrag, die monatliche Leasingrate zieht der Arbeitgeber direkt vom Lohn ab.

Da dieser Abzug vom Bruttolohn erfolgt, vermindert sich die Berechnungsgrundlage für Steuern und Sozialabgaben. Effekt: Das Fahrrad wird im Vergleich zum Direktkauf günstiger. Die Höhe der Ersparnis hängt unter anderem von Einkommen und Steuerklasse ab. Da die Arbeitnehmer während der Leasing-Laufzeit auch weniger in die Rentenversicherung einzahlen, nehmen sie bei ihrer späteren Rente kleinere Abzüge in Kauf.