Orden wem Orden gebührt: Auszeichnung für Lilo Frigge-Dümpelmann

Corona sei Undank: Statt im Rahmen einer Feierstunde im Schwelmer Kreishaus übergab Olaf Schaden den Orden bei Lilo Frigge-Dümpelmann zuhause in Witten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Corona sei Undank: Statt im Rahmen einer Feierstunde im Schwelmer Kreishaus übergab Olaf Schaden den Orden bei Lilo Frigge-Dümpelmann zuhause in Witten./Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Wer, wenn nicht Sie, hat eine solche Auszeichnung wirklich verdient? Seit über 50 Jahren engagieren Sie sich ehrenamtlich mit Freude und Elan, Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit für den Breiten- und Spitzensport sowie für Völkerverständigung und Integration.“ Mit diesen Worten hat Landrat Olaf Schade das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens an die Wittenerin Lieselotte, genannt Lilo, Frigge-Dümpelmann übergeben.

Corona sei Undank: Die für das Aushändigen dieses ganz besonderen „Dankeschöns“ der Bundesrepublik Deutschland an ihre verdientesten Bürger eigentlich übliche Feierstunde kann derzeit leider nicht stattfinden. Statt eines Empfangs mit zahlreichen Gästen und Weggefährten im Schwelmer Kreishaus bleibt nur eine Auszeichnung im kleinsten privaten Rahmen und mit Blick auf die jeweils gültigen Corona-Regeln. „Leider verlangen Zeiten wie diese Lösungen wie diese“, bedauerte Schade beim Besuch von Frigge-Dümpelmann in Witten.

Begeisterungsfähige, zuverlässige Ansprechpartnerin

Als Blitzlichter eines mehr als sechs Jahrzehnte „erfüllten Lebens mit Ehrenamt“ führte der Landrat unter anderen folgenden Aktivitäten der 84-jährigen auf: „Sie haben Kindern das Schwimmen beigebracht, Radtouren in die Partnerstadt Beauvais und internationale Jugendcamps organisiert, neue Triathlon- und Marathonwettbewerbe ins Leben gerufen und sind Lesepatin in Grundschulen.“ Dabei habe Frigge-Dümpelmann ihre Mitstreiterinnen ausnahmslos überzeugt, denn sie wurde als begeisterungsfähige Frau und zuverlässige Ansprechpartnerin wahrgenommen, die ihren Worten Taten folgen lässt.

Folgende Vereinsnamen und Jahreszahlen zeigen beispielshaft, wie vielfältig diese Taten im sportlichen Bereich gewesen sind. Bei den Faltbootfreunden Wasserfreuden Witten war Frigge-Dümpelmann von 1969 bis 1979 sportliche Leiterin des Jugendbereichs und bei der Sport Union Annen von 1973 bis 1979 Schwimmtrainerin, 1987 gründete sie den PV-Triathlon Witten und war dort bis 2006 für das Kinder- und Jugendtraining verantwortlich.

Mit 78 nochmal in die Grundschule

„Auch der Wittener Weihnachtslauf, der Herbeder Kinderlauf und der Ruhrtal-Marathon sowie der Landes-Leistungsstützpunkt Triathlon in Witten sind untrennbar mit Ihrem Namen verbunden“, würdigte Schade. Auf dem Feld von Grundschulen und Sport gelte dies zudem für die Konzepte „bewegte Schule“ und „tägliche Sportstunde“.

Als 78-jährige startete Frigge-Dümpelmann ihr Engagement an der Vormholzer Grundschule. Dort unterstützte sie unter anderem syrische Schüler dabei sich schnell in den deutschen Alltag integrieren zu können. „Wortschatzarbeit und Vorlesestunden, praktische Hilfe beim Beschaffen von Schulmaterial und bei Behördengängen sowie Schwimmunterricht. Auch bei dieser ehrenamtlichen Station ließen Sie Taten über Taten sprechen“, so Schade. Daran habe sich bis heute wenig geändert. Mehrmals wöchentlich und auch in den Ferien habe die Wittenerin die Kinder im Blick, die ihre Hilfe benötigen.

Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich verliehen. Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden etwa 254.000 Menschen auf diese Weise für ihre Leistungen gewürdigt.

Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Das Schreiben ist formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Vorgeschlagene wohnt. Die Anregung sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Übrigens: Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen.