PCB: Grünkohl weniger belastet, Aufheben der Verzehrempfehlungen näher gerückt

Das Aufheben der Verzehrempfehlungen für Obst und Gemüse in den Ennepetaler Stadtteilen Oelkinghausen und Büttenberg ist näher gerückt. Eine erste Grundlage dafür liefern die PCB Werte in Grünkohl, der zwischen Mai und August im Umfeld des Unternehmens LFS aufgewachsen war.

Die endgültige Entscheidung über die Verzehrempfehlungen hängt von den Untersuchungsergebnissen ab, die die Pflanzen liefern, die zwischen August und November aufgestellt worden waren. Grünkohl gilt aufgrund seiner Blattstruktur als hervorragender Bioindikator zum Nachweis von PCB.

Der Bericht mit Ergebnissen und Bewertungen des Sommergrünkohls durch die Experten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) liegt der Kreisverwaltung jetzt vor.  Für die sieben Messpunkte lieferten die Grünkohlproben PCB Gehalte, die zwischen 1,0 und 2,3 Mikrogramm pro Kilogramm Frischmasse liegen.

Werte für „Silikon PCB“ sind deutlich zurückgegangen

Diese Werte sind die Summe der Funde der so genannten sechs Indikator PCB sowie der drei PCB Kongenere, die beim Verarbeiten von Silikon entstehen. Alle Ergebnisse unterschreiten den Orientierungswert der Hintergrundbelastung mit PCB in Nordrhein-Westfalen deutlich. Dieser lautet 4,1 Mikrogramm pro Kilogramm.

Weitere Erkenntnisse: In allen untersuchten Proben, insbesondere an den nördlichen Messpunkten, wurden die „Silikon PCB“ 47, 51 und 68 weiterhin nachgewiesen, sie sind aber deutlich zurückgegangen. Auch die Gehalte an dioxinähnlichen PCB und Dioxinen und Furanen liegen unter dem Orientierungswert für NRW und unter dem EU-Auslösewert, ab dem eine Ursachenermittlung erforderlich wäre.

Weitere Grünkohluntersuchungen laufen bereits

Sollten auch die zwischen August und November exponierten Grünkohlpflanzen PCB-Gehalte unterhalb des Orientierungswertes aufweisen, könnten laut LANUV die Verzehrempfehlungen aufgehoben werden. Die Pflanzen sind bereits geerntet, die Untersuchungen laufen. Für den Fall des Wegfalls der Verzehrhinweise kündigt das LANUV an, die Immissionssituation weiter zu beobachten und Grünkohl in einem reduzierten Umfang in den beiden Stadtteilen aufzustellen.

Der Bericht zu den Ergebnissen der Grünkohlbeprobung ist unten auf dieser Seite zu finden.

Noch nicht im Schwelmer Kreishaus eingetroffen ist der Halbjahresbericht zu den Ergebnissen der Außenluft- und Depositionsmessungen. Hier arbeitet das LANUV noch an den Auswertungen.

Stichwort Verzehrhinweise

Seit Januar letzten Jahres gilt: Im unmittelbaren Umfeld der Firma biw angebautes Blattgemüse soll nicht gegessen werden. Für das Wohngebiet Büttenberg gilt die Vorgabe, dort angebautes Blattgemüse nicht öfter als ein- oder zweimal pro Woche zu verzehren. Für alles andere Gemüse und Obst gelten bei Beachtung entsprechender Vorgaben - beispielsweise Schälen - keine Einschränkungen.