„Qualität vor Ort“ schafft Netzwerk in Hattingen

In Hattingen arbeiten viele daran, jedem Kind im Ort die bestmögliche Förderung von Anfang an zu bieten./Foto: Stadt Hattingen

Das bundesweite Projekt „Qualität vor Ort“ vom Netzwerk für frühe Bildung hat jetzt mit Hattingen einen Standort mehr. Den Startschuss bildete Basar der Möglichkeiten im Rathaus und ein Treffen der Akteure aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung mit Vertretern von Institutionen und Vereinen.

Ein nigerianisches Sprichwort lautet: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Dahinter steht die Idee, dass Kinder in einem sozialen Gefüge aufwachsen, dass sie vielfältige Ansprechpartner brauchen und dass die Arbeit, die Kindererziehung bedeutet, nicht nur auf den Schultern von einem oder zwei Elternteilen und dem Personal der Kitas ruhen sollte, sondern breit verteilt werden muss.

Basar der Möglichkeiten zeigt Ansätze, die praktisch sind

Doch wer kann dabei helfen, Impulse von außen zu geben, Kindern die Welt zu zeigen und zu erklären, zum Ausprobieren und Wagen einladen? Diesen Fragen widmet sich das Programm „Qualität vor Ort“ und setzt dabei vor allem auf das Know-how engagierter Menschen.

Auf dem Basar der Möglichkeiten zeigten die Vertreter von Vereinen und Institutionen an Infotischen ihre Vorschläge und Möglichkeiten zur Stärkung der frühkindlichen Bildung. Devise: Sehr praktische Hilfen statt zu viel akademische Sozialpädagogik.

Der Tierpark Bochum bietet zum Beispiel vielerlei einstündige Programme an, in denen alle Sinne der Kinder angesprochen werden und sie unter anderem Forscherreisen in die Welt der Tiere unternehmen können. Der Tennisclub Ludwigstal hat den Bewegungsvormittag „MiniChamps“ im Angebot. Das Eltern-Kind-Zentrum-Krabbelbude wendet sich an Erzieher und analysiert mit ihnen gemeinsam das vorher filmisch dokumentierte Verhalten in der Kita.

Der NABU macht es Kindern möglich, Tiere und Pflanzen kennenlernen, die AWO-Schule für Logopädie widmet sich der Sprachförderung der Kindergartenkinder und auch städtische Einrichtungen wie Musikschule, vhs, Stadtbibliothek und Stadtmuseum waren präsent.

Projektleiterin Andrea Nitsch-Westen zeigt sich wie Bürgermeister Dirk Glaser begeistert vom Engagement und verweist auf weitere Partner, die bereits Interesse signalisiert haben. „Frühkindliche Bildung kann ein Fundament für den späteren Erfolg in der Schule legen und helfen, die Chancengerechtigkeit zu fördern. Sie erreicht nicht nur die Kinder, sondern auch die Familien.“

Stichwort Bundesprogramm „Qualität vor Ort“

Bundesweit gibt es in Kommunen bereits 150 dieser Netzwerke für frühe Bildung. Sie verstehen sich als ein kommunales Unterstützungs- und Qualitätsentwicklungsangebot für Kinder und Familien und eine Gemeinschaftsaktion der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Jacobs Foundation.

Quelle: Presseinformation der Stadt Hattingen