Schulberatungsstelle bekommt Verstärkung

Schulleitungen, Lehr- und Fachkräfte, Schülerinnen und Schüler und deren Eltern – wer Beratungsbedarf im Zusammenhang mit den 99 Schulen im Ennepe-Ruhr-Kreis hat, kann sich an die Regionale Schulberatungsstelle wenden. Da die Nachfrage in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, wird das Personal nach einem Beschluss des Kreistages aufgestockt.

Zu einer Systemberaterin und sieben Schulpsychologinnen und Schulpsychologen kommen zukünftig noch zwei weitere psychologische Fachkräfte hinzu. Eine volle Stelle finanziert das Land, eine halbe Stelle plant der Kreis im Haushalt 2023 ein. Bereits ab Mai wird zudem eine Teilzeitstelle in eine Vollzeitstelle umgewandelt.

Höherer Zeitaufwand pro Fall

Im letzten Schuljahr hat das Team 164 Anfragen nach Individualberatungen bearbeitet. „Die Komplexität innerhalb der Fälle hat spürbar zugenommen, sodass immer mehr Zeit pro Fallanfrage benötigt wird“, so Schulpsychologin Anna Korte.

Häufig besuchen die psychologischen Fachkräfte im Rahmen der Beratung den Unterricht, machen sich ein Bild vor Ort. Wegen der Pandemie waren Unterrichtsbesuche im letzten Schuljahr allerdings nicht immer möglich. Das Distanzlernen wirkte sich dabei nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich auf die Beratungsarbeit aus.

Zunahme emotionaler Schwierigkeiten

„Wir beobachten, dass Einzelfallberatungen im Zusammenhang mit emotionalen Schwierigkeiten im Vergleich zum Schuljahr davor massiv zugenommen haben. Daneben stellt der Umgang mit problembehaftetem Arbeitsverhalten weiterhin einen häufigen Beratungsanlass dar, wobei beide Bereiche miteinander in Verbindung stehen können“, erklärt Korte. Mehr als die Hälfte der Anfragen komme von den Eltern, die anderen von den Schulen.

Netzwerkarbeit und Systemberatung

Neben der Individualberatung setzt das Team Schwerpunkte in den Bereichen Netzwerkarbeit und Systemberatung. Letzte umfasst Kriseneinsätze an Schulen, Fortbildungen von Fachkräften, Projektarbeit sowie sogenannte Supervisionsgruppen, in denen Beratungslehrkräfte und Beschäftigte im Bereich der Schulsozialarbeit Fragestellungen ihres beruflichen Alltags bearbeiten.

Die Systemberatung wurde durch die Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen deutlich erschwert. An den Schulen hat das Team gleichzeitig eine Zunahme der Belastungen beobachtet. „Diese spiegelt sich besonders in der aufwändigeren Unterstützung in Krisenfällen wider“, so Korte.

Weitere Aufgabenbereiche der Beratungsstelle im letzten Schuljahr: Es wurden elf neue Beratungslehrkräfte ausgebildet, Fortbildungen zu den psychosozialen Effekten der Pandemie angeboten und die emotionalen und sozialen Kompetenzen von Grundschülern durch Begleitung von Verhaltentrainings gestärkt.  

Stichwort Kontaktdaten und Informationen

Die Schulberatungsstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises ist in der Schwelmer Wilhelmstraße 45 erreichbar. Wer eine Beratung wünscht, muss einen Termin vereinbaren, Telefon 02336/93 2790, E-Mail schulberatung@en-kreis.de. Weitere Informationen rund um das Angebot der Beratungsstelle gibt es im Internet unter www.en-kreis.de.