Städte informieren über Corona-Schutzverordnung

Der Ennepe-Ruhr-Kreis öffnet langsam wieder. Grundlage für diese ersten kleinen Schritte heraus aus den strikten Beschränkungen wegen die Corona-Pandemie sind die Regelungen, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben. Was das aus Sicht der Städte im Kreis bedeutet, thematisieren die Hattingen und Witten in Presseinformationen.

Sehr eindringlich ist dabei die Warnung von Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser: „Jetzt den örtlichen Handel durch Einkäufe zu stärken ist gut. Aber die Einkäufe sollten gezielt und gesammelt erledigt werden, um unnötige Frequenzen und Kontaktmöglichkeiten zu vermeiden."

Infektionszahlen müssen im Griff bleiben

Der Wunsch, etwas durch die Stadt zu bummeln sei gut nachvollziehbar. Viele bräuchten endlich Abwechslung und möchten wieder etwas anderes als die eigenen vier Wände sehen. „Aber die Einschränkung unserer Mobilität wird noch für einige Zeit Priorität haben müssen. Nur so behalten wir die Infektionszahlen im Griff", macht der Bürgermeister deutlich.

Seit Montag, 20. April, sind die Corona-Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen etwas gelockert. Davon profitieren die Einkaufsstraßen im Zentrum von Witten ebenso wie in den Stadtteilen, mit ihren vielen kleinen Läden. Aber auch große Einrichtungen wie Möbelhäuser dürfen nun ebenso öffnen wie zusätzliche Läden in der Stadtgalerie.

Für alle gilt: Es sind strenge Hygienevorschriften einzuhalten und es ist für ausreichend Abstand zwischen Kunden zu sorgen.

Vielzahl von Einzelregelungen

Grundsätzlich dürfen Handelseinrichtungen mit einer regulären Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern wieder auf machen. Ausnahmen sind Buchhändler, Tierbedarfsmärkte, Fachmärkte - Floristen, Sanitär-, Eisenwaren-, Malereibedarfs-, Bodenbelags- oder Baustoffgeschäft - Einrichtungshäuser, Autoverkäufer und Fahrradverkäufer, sie dürfen unabhängig von ihrer Fläche wieder öffnen. Gleiches gilt für gemischte Warenhäuser, wenn sie die Abteilungen mit erlaubten Waren abtrennen.

Auch Fahrschulen können ihren Betrieb wieder starten, benötigen dafür aber eine Ausnahmegenehmigung der jeweiligen Stadtverwaltung.

Vieles bleibt noch geschlossen

Gastronomiebetriebe sollen vorerst weiter geschlossen bleiben. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Geschlossen bleiben auch Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen sowie Theater, Opern und Konzerthäuser. Auch der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern ist untersagt.

Weiterhin lautet die klare Vorgabe: Menschenansammlungen sollten vermieden werden, soziale Kontakte bis auf Weiteres auf ein Minimum beschränkt bleiben. In der Öffentlichkeit soll zu anderen Personen weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden, das gilt auch in den Geschäften.

Im Freien ist es nur erlaubt, sich mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, zu bewegen oder gemeinsam mit den Angehörigen des eigenen Haushalts, also etwa einer in einem Haus wohnenden Familie. Verstöße werden mit 200 Euro geahndet.

Hattingen startet Überlegungen für Dienstleistungen der Stadt

„Für Hattingen bedeutet diese Lockerung, dass der überwiegende Teil der Geschäfte in der Innenstadt wieder öffnen darf", erläutert Glaser. „Ich begrüße diese behutsame Rückkehr in die Normalität und bitte darum, dass sich auch weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger so diszipliniert wie in den vergangenen Wochen an die weiterhin bestehenden Regelungen zu Hygiene, Abstand und Kontakten halten, damit wir keine Rückschritte machen. Ich teile die Einschätzung der Bundespolitiker, dass wir uns auf sehr dünnem Eis bewegen und das Gebot - so viel Freiheit wie möglich, so viel Sicherheit wie nötig - unbedingt einhalten müssen.“

Die Stadt Hattingen werde daher ihre Präsenz in der Innenstadt ausweiten und darauf achten, dass bei der verstärkten Frequenz die Kontaktsperre eingehalten werde. Gleichzeitig beginnen im Rathaus aber auch die Überlegungen, in welchen Bereichen Türen für Publikum und für Dienstleistungen der Stadt - zumindest eingeschränkt - wieder geöffnet werden könnten.

Land informiert im Internet

Größere Veranstaltungen sollen bis zum 31. August untersagt bleiben. In den neun Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises wird es aus diesem Grund eine Vielzahl von Ausfällen und Absagen geben.

„Das ist bedauerlich. In den Veranstaltungen steckt viel Vorleistung. Aber es gibt zurzeit keine Alternative, das sehen die Veranstalter, mit denen ich über die neue Anordnung gesprochen habe genauso. Vielleicht lässt sich das ein oder andere Event im nächsten Jahr nachholen. Auch hierfür laufen erste Überlegungen ", so Glaser.

Am 30. April entscheidet die Regierung, wie es weitergeht, ob weitere Einschränkungen aufgehoben werden können oder ob die Auflagen wieder verstärkt werden müssen.

Alle Regeln im Detail liefert die Landesregierung hier, Antworten auf häufig gestellte Frage hier.

Quelle: Presseinformationen der Städte