Stolzer Schwan statt graues Entlein

An der Höhle: Ursula Pabsch-Rother, Dr. Volker Wrede, Imke Heymann, Ursula Heinen-Esser, Florian Englert, Stefan Voigt, Dr. Heike Döll-König (von links)./Foto: Westfalenpost/Hartmut Breyer

An der Höhle: Ursula Pabsch-Rother, Dr. Volker Wrede, Imke Heymann, Ursula Heinen-Esser, Florian Englert, Stefan Voigt, Dr. Heike Döll-König (von links)./Foto: Westfalenpost/Hartmut Breyer

„Das ist ein großer Tag für den Arbeitskreis Kluterthöhle, für die Stadt Ennepetal und auch für das Land Nordrhein-Westfalen“: Stefan Voigt, Vorsitzender des Arbeitskreises Kluterthöhle, tat seine Freude vor den Gäste im voll besetzten Foyer des Hauses Ennepetal darüber kund, dass das Kluterthöhlensystem als Nationales Naturmonument ausgewiesen worden war. „Das war viel Arbeit, noch bis in die letzten Wochen“, sagt er.

Der Arbeitskreis Kluterthöhle wurde in der Feierstunde immer wieder für seinen maßgeblichen Einsatz bei der Renaturierung und nicht zuletzt bei der Bewerbung um die Auszeichnung hervorgehoben.

Zu Beginn dieses Jahrzehnts hatten sich die Aktiven für die Renaturierung der Höhle eingesetzt. Und im Zuge der Arbeiten, die mit der Installation einer neuen Beleuchtung verbunden waren, tat sich unter der Patina der Jahrzehnte das beeindruckende Korallenriff auf. Stefan Voigt und seine Mitstreiter ergriffen die Initiative und trugen das Ansinnen, sich um die Ausweisung als Nationales Naturmonument zu bewerben, an die Verantwortlichen in der Stadt heran.

Viele Unterstützer

Vor mehr als zwei Jahren, am 20. Februar 2017, richteten Stadt, Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co.KG und Arbeitskreis Kluterthöhle gemeinsam den Antrag an den damaligen NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Dabei hatten sie die Unterstützung von Ennepe-Ruhr-Kreis, den Nachbarstädten Schwelm, Gevelsberg und Breckerfeld, dem Geologischen Dienst NRW, dem Geo-Park Ruhrgebiet, der Ruhr-Universität Bochum, dem Landesverband für Höhlen- und Karstforschung, dem Landschaftsbeirat des EN-Kreises, der Biologischen Station und dem Nabu EN.

Nachdem der Antrag zwischen Bezirksregierung, Bund und Land hin- und hergewandert und die entsprechenden Texte ausgearbeitet waren, unterzeichnete die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am 13. März dieses Jahres die „Verordnung über das Nationale Naturmonument Kluterthöhlensystem“. Jetzt machte die Ministerin dann mit vielen Vertretern aus Politik, Verwaltungen, Höhlenforschung und Landesinstitutionen die Ernennung offiziell.

Höhle ist ein bundesweit einzigartiger Aufschluss

Zu den Gästen zählte auch Ursula Pabsch-Rother, Leiterin des Geschäftsbereichs Angewandte Geowissenschaften beim Geologischen Dienst NRW und gebürtige Gevelsbergerin. „Ich kenne die Höhle noch aus meiner Kindheit. Sie war schwarz und grau, es lagen Kranke in dunklen decken herum.“

So, als graues Entlein, habe sie die Kluterthöhle damals wahrgenommen. Nun sei sie ein stolzer Schwan. Sie betonte, dass die Höhle ein bundesweit einzigartiger Aufschluss sei, 385 Millionen Jahre alt und voller Fossilien wie Schwämmen, Muscheln und Korallen. „Das gibt es nur in Ennepetal, dem heutigen Nabel der Welt“, meinte sie.

Schutz und Pflege

Volker Wrede, Vorsitzender des Geo-Parks Ruhrgebiet, sagte, dass dieser Einblick in ein Ökosystem von vor 385 Millionen Jahren Schutz und Pflege bedürfe. Das beinhalte die Ausweisung als Nationales Naturmonument. Wrede dankte allen Beteiligten, die die Höhle dahin gebracht hätten - ob sie 3.000 Schubkarren herausgefahren oder einen entsprechenden Scheck ausgestellt hätten.

In die Gratulantenschar reihte sich Dr. Heike Döll-König ein. Die Geschäftsführerin von Tourismus NRW erinnerte daran, dass die Kluterhöhle und Freizeit GmbH im Vorjahr mit dem „Innovationspreis Kultur Reise Land NRW“ ausgezeichnet wurde. In Kürze werde man für die Höhle ein hochwertiges Marketingpaket zusammenstellen. „Wenn das keine gutes Timing ist“, meinte Döll-König.

Quelle: Westfalenpost, Lokalausgabe Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal und Sprockhövel, Autor: Hartmut Breyer