„Wie sähe es an Ennepe und Ruhr ohne Einwanderer aus?“

Rund 200 Interessierte nahmen an der Integrationskonferenz teil.

Rund 200 Interessierte nahmen an der Integrationskonferenz teil.

Olaf Schade, Lale Arslanbenzer, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums, Serap Güler und Dirk Glaser freuten sich mit den Organisatoren über die  gelungene Konferenz.

Olaf Schade, Lale Arslanbenzer, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Serap Güler und Dirk Glaser freuten sich mit den Organisatoren über die gelungene Konferenz.

In sechs Workshops ging es auch um die Gegebenheiten im Ennepe-Ruhr-Kreis./Fotos: Jürgen Theobald

In vier Workshops ging es auch um die Gegebenheiten im Ennepe-Ruhr-Kreis./Fotos: Jürgen Theobald

„Wie sähe es im Ennepe-Ruhr-Kreis ohne die Menschen aus, die aus anderen Ländern aus welchen Gründen auch immer den Weg zu uns gefunden haben?“ - mit dieser Frage machte Landrat Olaf Schade auf der kreisweiten Integrationskonferenz deutlich, welche Chancen in seinen Augen ein gutes Miteinander von „Einheimischen“ und „Einwanderern“ bietet.

Workshops, Talkrunde und Diskussionen im LWL-Industriemuseum Henrichshütte verdeutlichten den rund 200 Teilnehmern, wie Zusammenleben gut gedeihen kann, wie eine respektvolle und intensive Zusammenarbeit unter den Beteiligten gelingt und wie Projekte und Ideen noch besser abgestimmt werden können.

Eingeladen hatten das Kommunale Integrationszentrum und die Stadt Hattingen sowie die Integrationsagenturen im Ennepe-Ruhr-Kreis und der Integrationsrat der Stadt Hattingen.

„Unsere Region ist Region der Zuwanderung"

Akteure aus verschiedensten Handlungsfeldern und Gremien wurden zusammengebracht. In den Workshops beschäftigten sie sich mit den Themen Integration und Konflikte, Demokratievermittlung und Integration, Zugewanderte und das Ehrenamt sowie politisches Mitwirken von Migranten im Fokus. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen fanden auch die Gegebenheiten im Ennepe-Ruhr-Kreis und die Erfahrungen auf Landesebene ausreichend Raum.

Für Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser ist Migration keine Ausnahme sondern Normalität. „Gerade unsere Region ist bereits seit Beginn der Industrialisierung eine Region der Zuwanderung. Bis heute ist es uns gelungen, Menschen aus unterschiedlichsten Himmelsrichtungen dabei zu helfen, hier heimischer zu werden.“ Im Zusammenspiel mit Verwaltungen, Vereinen, Verbänden und Ehrenamtlichen habe auch die besonders starke Zuwanderung in 2015 und 2016 bewältigt werden können.

Konferenz war gute Plattform

Zu den Gästen zählte mit Serap Güler auch eine Vertreterin der Landesregierung. Die Staatssekretärin für Integration hob hervor: „In keinem Bundesland wird so viel für die Integration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte getan wie in Nordrhein-Westfalen. Auf diese Leistung können wir alle stolz sein, denn sie wird auch hier im Ennepe-Ruhr-Kreis von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen getragen. Der Landesregierung liegt der Dialog mit den Menschen vor Ort besonders am Herzen.“

Als Moderator Marc Schulte die Teilnehmer nach gut fünf Stunden verabschiedete, war deren Rückmeldung einhellig: „Die Konferenz war eine gute Plattform, Informationen und Erfahrungen auszutauschen. An vielen Punkten ist deutlicher geworden, wo der Ennepe-Ruhr-Kreis in der Integrationspolitik steht und wie sich das gesellschaftliche Klima hier vor Ort entwickelt hat.“

Stichwort „Migrationshintergrund“

Jeder zehnte Einwohner zwischen Ruhr und Ennepe (32.225) hat einen „Migrationshintergrund“. Blickt man bis in die zweite Generation ist es sogar jeder Vierte (75.500).