Zahngesundheit: Gesundheitsamt untersuchte 2019 fast 15.500 Kinder

Cordula Dressel und die Kinder der Kita Helenenberg haben es seit 2019 schwarz auf weiß: Sie sind eine von 45 "Kitas mit Biss" im Ennepe-Ruhr-Kreis. Im Februar hatte Landrat Olaf Schade ihnen die Urkundes des Arbeitskreises Zahngesundheit überreicht.

Cordula Dressel und die Kinder der Kita Helenenberg haben es seit 2019 schwarz auf weiß: Sie sind eine von 45 "Kitas mit Biss" im Ennepe-Ruhr-Kreis. Im Februar hatte Landrat Olaf Schade ihnen die Urkundes des Arbeitskreises Zahngesundheit überreicht.

Auf Achse für die Gesundheit: Auch mit dem Zahnmobil machen die Ärtze Station an Grund- und Förderschulen.

Auf Achse für die Gesundheit: Auch mit dem Zahnmobil machen die Ärtze Station an Grund- und Förderschulen.

Der Arbeitskreis Zahngesundheit ist auch im Internet präsent./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Der Arbeitskreis Zahngesundheit ist auch im Internet präsent./Fotos: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Schuljahr 2018/19 wurde im Ennepe-Ruhr-Kreis in allen Kindertagesstätten, Grund-, Förder- und Hauptschulen sowie einzelnen Sekundar-, Real- und Gesamtschulen eine zahnärztliche Untersuchung durch das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung angeboten.

„In 246 Einrichtungen haben unsere Zahnärzte fast 15.500 Untersuchungen durchgeführt“, zieht Dr. Inka Goddon, Leiterin des Bereiches Gesundheitsdienste für Kinder und Jugendliche im Schwelmer Kreishaus jetzt eine Bilanz.

„Wer frühzeitig und gezielt vorbeugt, schützt seine Zähne“

Die Zahlen verteilen sich wie folgt: In 171 Kindertagesstätten profitierten 8.120 Kinder von dem kostenlosen Angebot, in 58 Grundschulen 5.133 Schüler der Klassen 2 und 4. „Dazu“, so Dr. Goddon, „kommen noch 11 weiterführende Schulen mit knapp 1.718 Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen 6 und 8 sowie 510 Kinder und Jugendliche aus 6 Förderschulen.“

Hintergrund der Aktivitäten des Kreises ist neben entsprechenden gesetzlichen Vorgaben die Erkenntnis, dass Karies zu den vermeidbaren Erkrankungen zählt. „Wer frühzeitig und gezielt vorbeugt, schützt seine Zähne“, macht Dr. Goddon deutlich. Zusammen mit den gesetzlichen Krankenkassen und den niedergelassenen Zahnärzten ist die Kreisverwaltung daher im Arbeitskreis Zahngesundheit aktiv.

„Jedes fünfte Kind weist nach wie vor ein erhöhtes Risiko auf, an Karies zu erkranken"

Die Erfolge der Kooperation lassen sich schwarz auf weiß belegen: Die Jugendlichen haben heute durchschnittlich nur noch einen kariös erkrankten Zahn im bleibenden Gebiss. Ein erfreulicher Trend, zu dem auch das Verhalten vieler Eltern einen wichtigen Beitrag leistet. Sie nutzen mit ihren Kindern die Vorsorgeangebote der zahnärztlichen Praxen. „Jedes fünfte Kind“, weiß Dr. Goddon, „weist aber nach wie vor ein erhöhtes Risiko auf, an Karies zu erkranken. Gerade sie benötigen unserer Unterstützung.“

Damit möglichst viele Kinder den Behandlungsstuhl mit der freudigen Botschaft „Es wurde gar nicht gebohrt“ verlassen können, bietet der Arbeitskreis mit seinen vier Zahnärzten, sechs Prophylaxefachfrauen und einer Ernährungsexpertin neben den Untersuchungen auch altersgerechte Informationen rund um Zähne und Zahnpflege an.

Auch für Erwachsene war Zahngesundheit ein Thema

So übten knapp 6.900 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren mit der Zahnfee das Zähneputzen im Waschraum ihrer Kita und 9.570 Grundschulkinder lernten im Sachunterricht anschaulich und praktisch, wie sie ihre Zähne gesund halten können.

Im Einsatz war zudem das Zahnmobil des Arbeitskreises. Wo es Station machte, erhielten die Backenzähne der Kinder mit Zustimmung der Eltern als Vorbeugung gegen Karies einen Fluoridlack. „Am Ende des Schuljahres haben wir so mehr 1.600 Grund- und Förderschüler behandelt“, so Dr. Goddon.

Und auch für Eltern und Erzieher wurde Zahngesundheit zum Thema gemacht. Davon profitierten 1.100 Mütter und Väter sowie 340 Pädagogen.

Wissenswertes über den Arbeitskreis Zahngesundheit und seine Programme sowie Fachinformationen zu gesunden Zähnen und zahngesunder Ernährung liefert das Internet unter www.ak-zahngesundheit-en.de.

Stichwort Untersuchungen in Tagesstätten und Schulen

Grundlage für die Untersuchungen sind in Nordrhein-Westfalen das Kinderbildungsgesetz und das Schulgesetz. Die Ergebnisse helfen unter anderen zu erkennen, wo Kinder verstärkt unterstützt werden müssen, um Karies vorzubeugen und sie zahngesund aufwachsen zu lassen. Hierfür setzen die Akteure auf Gesundheitserziehung, Informationen und Zusammenarbeit mit den Eltern sowie auf gemeinsames Zähneputzen und zahngesundes Frühstücken.

Mit dem Projekt „Kita mit Biss“ hat der Fachbereich Soziales und Gesundheit Anfang 2018 zudem ein neues Projekt gestartet. Aktuell beteiligen sich 45 Kindertagesstätten an der Initiative.