Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr 2016: Jobcenter EN mit Stand dabei

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Landrat Olaf Schade im Gespräch mit Jobcenter-Leiter Heiner Dürwald (links)

Landrat Olaf Schade begrüßt u.a. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann zur Messe

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann zu Gast bei der Ausbildungsmesse EN 2016

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters EN im Gespräch mit Messebesucherinnen

Ausbildungsvermittler H. Hummel (rechts) und junger Messebesucher im Gespräch am Jobcenter-EN-Stand

Jobcenter-Leiter H. Dürwald (li), H. Hummel (Ausbildungsvermittler Jobcenter EN, B. Tigges (Regionalagentur Mittleres Ruhrgebiet)

Blick in die Halle des Betriebshofes der VER - als Messehalle

Am vergangenen Freitag fand in Ennepetal die achte Auflage der Ausbildungsmesse EN unter dem Motto „Für die Zukunft ausbilden“ im Busdepot der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) statt. Insgesamt 4.400 Schülerinnen und Schüler aus 37 Schulen im Kreis kamen zur Ausbildungsmesse in Ennepetal. 150 Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung, Hochschulen und Institutionen aus dem öffentlichen Dienst präsentierten 200 Ausbildungsberufe an einem Messetag. Die Unternehmen nutzten die Chance, sich und ihre Angebote offensiv vorzustellen und mit ihren Fachkräften von morgen ins Gespräch zu kommen. Zu den Ausstellern gehörten auch Behörden wie Kreis- und Stadtverwaltungen. So war neben der Agentur für Arbeit auch das Jobcenter EN mit einem eigenen Messestand vor Ort. Die Experten des Jobcenters EN präsentierten sich nicht zuletzt als wichtige Schnittstelle und informierten über berufliche (Einstiegs-)Möglichkeiten im Jobcenter, sowie über die Aufgaben und den Service des Jobcenters EN im Bereich der Förderung von Jugendlichen aus Familien mit geringem Einkommen.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann zu Besuch auf der Messe

Mit Sylvia Löhrmann hatte die diesjährige Ausbildungsmesse auch einen prominenten Gast. Die Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin hat sich ein eigenes Bild von der Veranstaltung auf dem Betriebshof der VER gemacht. Bevor die Politikerin am Freitagmittag zu einem ausgedehnten Messerundgang ansetzte, begrüßte Landrat Olaf Schade die Ministerin und weitere zahlreiche Politiker „auf der größten nicht-kommerziellen Ausbildungsmesse Deutschlands – wahrscheinlich sogar weit darüber hinaus.“ Der Landrat legte den Fokus auf die „besondere Bedeutung von dualen Ausbildungen für den EN-Kreis mit seinen 31 Weltmarktführern“ und sprach vom EN-Kreis als das „industrielle Herz des Ruhrgebiets“ und wie wichtig junge Leute seien, um dies auch zu bleiben. Die Politikerin Löhrmann lobte die Ausbildungsmesse, sie habe sich als Markt der Berufe etabliert. Sie hält es für wichtig, dass die Gymnasien mit ins Boot geholt wurden. „Wenn ich sehe, dass Stellenausschreibungen großer Unternehmen fast immer auf ein Studium oder das Abitur ausgerichtet sind, dann ist das Denken, das sie hier vorbildlich umsetzten, in den Köpfen der Firmen noch nicht angekommen“, sagte die NRW-Schulministerin und ihr Appell an Betriebe und an junge Leute lautete zugleich: “Seien Sie kreativ!“, so ihr Appell an die Betriebe: „Gucken Sie auch auf die Menschen in ihrer ganzen Persönlichkeit, auch wenn sie keine Einserzeugnisse vorweisen können, jedem jungen Menschen sollte eine Berufsausbildung geboten werden.“ An die jungen Leute gerichtet sagte sie: Guckt, lernt Berufe kennen, die Ihr nicht kennt, lasst Euch drauf ein, auch wenn Ihr ein paar Kilometer weiterfahren müsst.“ Die Berufswahl sei auch eine Entscheidung fürs Leben. Nach den Begrüßungsreden nahmen sich NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Landrat Olaf Schade viel Zeit, um mit Ausbildern und Auszubildenden ins Gespräch zu kommen. Ihr Rundgang führte sie u.a. auch an den Messestand des Jobcenters EN.

Hartz IV? Nicht mit mir! Es ist Dein Leben! Mach was draus!

Das Jobcenter EN verzichtete bei seiner Präsentation bewusst auf die sonst üblichen Messeartikel und „Give-Aways“. Stattdessen gab es am Jobcenter-Messestand einen gesunden Snack: Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Messestand vor Ort verteilten Äpfel mit dem Jobcenter-Logo an die Messebesucherinnen und -besucher. Die Idee der Äpfel als Leitmotiv und der Slogan „Hartz IV? Nicht mit mir! Es ist Dein Leben! Mach was draus!“ fand nicht nur bei Schülerinnen und Schülern großen Anklang. Damit weckte das Jobcenter EN das Interesse vieler, mehr zu erfahren, mit dem Jobcenter in den Dialog zu treten. „Was hat ein Apfel mit Hartz IV zu tun?“, fragten viele. Henrico Hummel, Ausbildungsvermittler im Jobcenter EN gibt die Antwort: „Wir möchten die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass jeder junge Mensch, ob bedürftig oder nicht, sein eigenes Leben vor sich hat.“ Vassiliki Stadimos, Öffentlichkeitsarbeit Jobcenter EN, erklärt die Idee zur Apfel-Kampagne: “Das alte Sprichwort - und leider fest verankerte Vorurteil in unserer Gesellschaft - nämlich, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, gilt unserer Meinung nicht. Wir bestärken junge Menschen im ALG II-Bezug auf dem Weg zu ihrem Traumberuf.“

Bei der Präsentation von über 200 Berufen wurden keine Mühen gescheut

Insgesamt zieht das Jobcenter EN eine positive Bilanz der Ausbildungsmesse EN und lobt die hervorragende Organisation. „Auch in diesem Jahr war die Messe für alle ein voller Erfolg. Es ist den Organisatoren gelungen, Schülerinnen und Schüler mit Unternehmen, Ausbildungsbetrieben und potentiellen Arbeitgebern aus der Region, zusammenzuführen“ so resümiert Heiner Dürwald, Leiter des Jobcenters EN. Beide Seiten sind einen wichtigen Schritt aufeinander zugegangen, haben sich „gegenseitig beschnuppert“. Ein erstes, beruflich orientiertes beidseitiges sich Kennenlernen ergab sich hier und da im Gespräch, Jugendliche konnten ihr soziales Netzwerk in Richtung Traumberuf erweitern, den einen oder anderen Arbeitgeber gar von sich überzeugen. Unterschiedliche Berufe wurden teilweise zum Anfassen nah, ganz praktisch und anschaulich vor Ort vorgestellt, Berufe wurden in den Hallen hautnah erlebbar gemacht. Aber nicht nur die Unternehmen warben für sich, auch viele Jugendliche nutzten die Messe zur Selbstvermarktung und reichten an Ort und Stelle ihre Bewerbungsunterlagen bei ihrem Wunschunternehmen ein.

Authentizität durch Auszubildende als Fürsprecher ihres Ausbildungsberufes

Einer der Schwerpunkte des Gesamtkonzepts der Messe ist, dass Auszubildende zu Wort kommen. Viele der Aussteller ließen tatsächlich ihre eigenen Auszubildenden für sich sprechen. Und so fanden an vielen Messeständen authentische Dialoge statt, aktuell in Ausbildung befindliche junge Menschen berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen im jeweiligen Ausbildungsbetrieb und standen mit Begeisterung Rede und Antwort.