Der Arbeitsmarkt im Juni: Arbeitslosigkeit im EN-Kreis weiter gesunken

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Im Ennepe-Ruhr-Kreis waren im Juni 11.157  Frauen und Männer ohne Arbeit, genau 121 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt trotzdem bei 6,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,9 Prozent. Auch im Juni entwickelten sich eide Rechtskreise parallel: 3.316 Arbeitslose (Vormonat 3.350) waren Kunden der Arbeitsagentur, 7.841 (Vormonat 7.928) wurden durch den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Regionalstellen des Jobcenters EN betreut.

Im Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit heißt es: „Die Arbeitsmarktlage im Kreis ist entspannt und entspricht voll den saisonalen Erwartungen. Auch ist der günstige Abstand zum Vorjahr wieder deutlich gewachsen. Die Zuwanderungseffekte waren im Juni weiterhin unauffällig“, so Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Einen Anstieg gab es im Juni nur bei den Jüngeren wegen der zahlreichen abgeschlossenen Ausbildungen. Der Arbeitsmarkt ist für qualifizierte Fachkräfte sehr aufnahmefähig, sodass die meisten bald einen Arbeitsvertrag in den Händen halten dürften.“

Wieder entwickelten sich laut Agentur für Arbeit beide Rechtskreise in dieselbe Richtung: „3316 waren Kunden der Arbeitsagentur (34 oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat), und 7841 wurden durch das Jobcenter EN betreut (87 oder 1,1 Prozent weniger). Die Ausländer-Arbeitslosigkeit sank leicht in der Grundsicherung, nahm aber im Bereich der Arbeitslosenversicherung marginal zu, sodass sich rechtskreisübergreifend ein kleiner Rück-gang um 38 oder 1,5 Prozent auf 2463 ergab. Bei den Jüngeren gab es den Effekt der Ausbildungsabsolventen, wie immer um diese Jahreszeit. Die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen stieg aktuell um 5,0 Prozent auf 729“, so die Agentur weiter. Der Vorjahresvergleich hat sich weiter deutlich verbessert. In der Grundsicherung sind es 443, im Bereich der Arbeitslosenversicherung 178 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr, rechtskreisübergreifend also 621 oder 5,3 Prozent.“

Kräftenachfrage weiterhin gut

Im letzten Monat vor den Sommerferien gab es bei der Kräftenachfrage einen Anstieg. Es wurden 593 neue Stellen gemeldet, das bedeutet eine Zunahme um 67 oder 12,7 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr um 57 oder 10,6 Prozent). So gab es im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 3165 Vakanzen und damit 258 oder 8,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Im Vergleich zum Vormonat ist der Stellenbestand mit 1.933 um 7 (-0,4 Prozent) gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist es eine deutliche Zunahme um 320 Stellen oder 19,8 Prozent.

Den größten Bedarf verzeichnete wie gewohnt die Leiharbeit mit 269 Stellen. Danach kamen mit größeren Abständen das Verarbeitende Gewerbe (57) und das Gesundheitswesen (53). Der Handel hatte 47, das Baugewerbe 43, die Logistik 23 und das Gastgewerbe 16 Arbeitsplätze zu besetzen.

Die Kurzarbeit blieb auch im Juni ruhig. Weder gab es einen Anstieg bei den Anzeigen über Arbeitsausfälle noch Besonderheiten bei den tatsächlichen Abrechnungen von Kurzarbeitergeld.

Arbeitsmarktentwicklung war im Kreis nicht überall gleich

Zur Entwicklung in den Städten des Kreises stellt die Agentur für Arbeit fest: „Die Juni-Arbeitsmarktentwicklung war im Kreis durchaus unterschiedlich, aber bei relativ kleinen regionalisierten Zahlen: Keine Veränderung in Sprockhövel (491 Arbeitslose), nur leichte Anstiege in Breckerfeld (+ 5 auf 189), Hattingen (+ 11 auf 1943), Ennepetal (+ 13 auf 1045) und Schwelm (+ 18 auf 1100). In die andere Richtung entwickelten sich Herdecke (- 25 auf 532), Wetter (- 32 auf 620), Gevelsberg (- 47 auf 974) und Witten (- 64 auf 4263).“

Blick in die Zukunft

Zu den Aussichten für die nächsten Wochen schreibt die Agentur für Arbeit: „Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Ennepe-Ruhr-Kreis war im Juni erwartungsgemäß günstig, die saisonale Belebung hielt an. Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es nur bei den Jüngeren unter 25 Jahren, was wegen der Beendigung vieler Ausbildungen völlig normal und nur ein vorübergehender Effekt ist. Die Ausländerarbeitslosigkeit ist im Kreis vergleichsweise gering und aktuell nochmals leicht gesunken. Die geringe Kurzarbeit und die nochmals gestiegene Kräftenachfrage tragen zur positiven und stabilen Arbeitsmarktlage bei.“

Im Juli wird von der Agentur für Arbeit wegen der beginnenden Sommerferien mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen gerechnet.

Aktuelle Zahlen

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen und -quoten im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigt die folgende Tabelle, die Aufteilung orientiert sich an den Geschäftsstellenbezirken der Agentur für Arbeit.

 

 

Arbeitslose
insgesamt

Quote in
Prozent
(aktuell)

Vormonat

Quote in Prozent
(Vormonat)

SGB II-
Arbeitslose

SGB III-
Arbeitslose

Geschäftsstelle Gevelsberg
(Gevelsberg/Sprockhövel)

1.465

4,9

1.512

5,1

  911

   554

Gevelsberg

   974

 

1.021

 

  665

   309

Sprockhövel

   491

 

   491

 

  246

   245

Geschäftsstelle Hattingen

1.943

6,8

1.932

6,7

1.344

   599

Geschäftsstelle Schwelm
(Breckerfeld/ Schwelm/ Ennepetal)

2.334

6,7

2.298

6,6

1.659

   675

Schwelm

1.100

 

1.082

 

   793

   307

Ennepetal

1.045

 

1.032

 

   753

   292

Breckerfeld

   189

 

   184

 

   113

     76

Geschäftsstelle Wetter
(Wetter/Herdecke)

1.152

4,4

1.209

4,6

   710

   442

Wetter

   620

 

   652

 

   374

   246

Herdecke

   532

 

   557

 

   336

   196

Geschäftsstelle Witten

4.263

8,5

4.327

8,6

3.217

1.046

 

 

Links:

Der vollständige Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit Juni 2016 kann auf folgendem Link gelesen werden:

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201606/ama/amr-amr/amr-05954-0-xls.xls