Der Arbeitsmarkt im Mai: Frühjahrsbelebung setzt sich teilweise durch

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Im Ennepe-Ruhr-Kreis waren im April 11.020 Frauen und Männer ohne Arbeit, 107 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 6,5 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 6,6 Prozent. 3.658 Arbeitslose (Vormonat 3.639) waren Kunden der Agentur für Arbeit, 7.362 (Vormonat 7.488, damit 126 weniger als im Vormonat) wurden durch den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Regionalstellen des Jobcenters EN betreut.

Im Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit heißt es: „Im Mai konnte die Frühjahresbelebung sich teilweise durchsetzen. Zwar halten die Folgen der Zuwanderung an, sie sind aktuell aber wieder geringer“, so Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, „Für die jüngeren Arbeitslosen läuft es noch nicht so rund wie in anderen Regionen. Im Mai konnten eher die Kunden der mittleren Altersgruppen von der Belebung profitieren. Zuversichtlich macht mich die sprunghaft gestiegene Kräftenachfrage.“

Weniger Arbeitslose bei den mittleren Altersgruppen

Erneut haben sich Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung uneinheitlich entwickelt: „Ende Mai waren 3658 erwerbslose Kunden der Arbeitsagentur (19 oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat), und 7362 wurden durch das Jobcenter des Ennepe-Ruhr-Kreises betreut (126 oder 1,7 Prozent weniger). Ähnlich ist es beim Vorjahresvergleich: 308 oder 9,2 Prozent mehr Erwerbslose bei der Arbeitsagentur als im April letzten Jahres, 566 oder 7,1 Prozent weniger beim Jobcenter. Die Zahl der jüngeren Erwerbslosen unter 25 Jahren stieg leicht um neun oder 1,1 Prozent auf 851. Auch bei den Älteren gab es kleine Zuwächse, nur bei den mittleren Altersgruppen ging die Arbeitslosigkeit spürbar zurück. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg um 22 auf 4150 (+ 0,5 Prozent). Die Ausländerarbeitslosigkeit ist mit 2956 Personen um 56 gesunken (-1,9 Prozent)“, so die Agentur für Arbeit.

Gesamtstellenbestand liegt 39,2 Prozent über dem Vorjahr  

Die Kräftenachfrage im Kreis habe die Osterpause überwunden und fast wieder den Stand vom sehr guten März erreicht. 732 Stellen wurden neu gemeldet, 127 mehr als im Vormonat und sogar 206 (39,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Für den EN-Kreis ist das einer der höchsten Stellenzugänge für einen Mai.  

Die Nachfrageschwerpunkte lagen erneut bei Zeitarbeitsfirmen (261 neue Stellen), im Gesundheitswesen (76), im Handel (54), im Baugewerbe (28), in der Logistik (39) und im verarbeitenden Gewerbe (38). Das Gastgewerbe meldete 16 Stellen. Bei der Kurzarbeit blieb alles absolut unkritisch, es gab weiterhin nichts Auffälliges.

Lokale Besonderheiten

Zur Entwicklung in den Städten des Kreises stellt die Agentur für Arbeit fest: „Trotz der kreisweit eher guten Arbeitsmarktentwicklung gab es in den EN-Kommunen durchaus unterschiedliche Tendenzen. Sogar Anstiege hatten Schwelm (+ 28 auf 1085 Arbeitslose) und Breckerfeld (+ 13 auf 225). Kleinere Rückgänge verzeichneten Sprockhövel (- 4 auf 510), Herdecke (- 5 auf 584) und Hattingen (- 8 auf 1857). Deutlichere Rückgänge hatten Gevelsberg (- 21 auf 1056), Wetter (- 23 auf 642), Ennepetal (- 27 auf 1015) und Witten (- 60 auf 4046).

Vier Kommunen haben eine geringfügig höhere Arbeitslosigkeit als vor genau einem Jahr: Sprockhövel, Schwelm, Herdecke und Gevelsberg.“

Blick in die Zukunft

Zu den Aussichten für die nächsten Wochen schreibt die Agentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis hat sich im Mai nach den Osterfreien bei anhaltender, aber nachlassender Zuwanderung wieder wesentlich besser entwickelt. Trotzdem ist der aktuelle Trend schwächer als in Hagen. Im Kreis wird in diesem Jahr nachgeholt, was in der größeren Nachbarstadt schon 2016 wegen der deutlich steigenden Ausländerarbeitslosigkeit durch Flüchtlingswelle und Zuwanderung aus den östlichen EU-Staaten eingetreten war. Damals war die Arbeitsmarktentwicklung im Kreis die bessere, heute ist es umgekehrt. Noch wird die Vorjahresarbeitslosigkeit im Kreis unterschritten, aber der günstige Abstand verringert sich seit einigen Monaten.

Für den Juni sind weiterhin sinkende Arbeitslosenzahlen zu erwarten, bevor die Sommerpause einsetzt."

Aktuelle Zahlen

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen und -quoten im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigt die folgende Tabelle, die Aufteilung orientiert sich an den Geschäftsstellenbezirken der Agentur für Arbeit.

 

Arbeitslose
insgesamt

Quote in
Prozent
(aktuell)

Vormonat

Quote in Prozent
(Vormonat)

SGB II-
Arbeitslose

SGB III-
Arbeitslose

Geschäftsstelle Gevelsberg
(Gevelsberg/Sprockhövel)

1.566

5,2

1.591

5,3

   953

   613

Gevelsberg

1.056

 

1.077

 

   719

   337

Sprockhövel

   510

 

   514

 

   234

   276

Geschäftsstelle Hattingen

1.857

6,5

1.865

6,5

1.252

   613

Geschäftsstelle Schwelm
(Breckerfeld/ Schwelm/ Ennepetal)

2.325

6,7

2.311

6,6

1.540

   785

Schwelm

1.085

 

1.057

 

   736

   349

Ennepetal

1.015

 

1.042

 

   669

   346

Breckerfeld

   225

 

   212

 

   135

     90

Geschäftsstelle Wetter
(Wetter/Herdecke)

1.226

4,6

1.254

4,8

   724

   502

Wetter

   642

 

   665

 

   356

   286

Herdecke

   584

 

   589

 

   368

   216

Geschäftsstelle Witten

4.046

8,1

4.106

8,2

2.902

1.144

Der vollständige Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit Mai 2017 kann auf folgendem Link gelesen werden:

 

 

https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/SGBII-Traeger/Nordrhein-Westfalen/Ennepe-Ruhr-Kreis-Nav.html