Inklusion: Jobcenter EN gibt Broschüren in Leichter Sprache aus

Sabine Schön, Fachkoordinatorin für Inklusion, Rehabilitation und Schwerbehinderung beim Jobcenter EN, mit den ersten beiden Broschüren in Leichter Sprache. Im Laufe des Jahres soll weiteres Informationsmaterial übersetzt werden.

Einfache Wörter, kurze Sätze, anschauliche Bilder: Um Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder geringen Deutschkenntnissen besser zu erreichen, lässt das Jobcenter EN seine wichtigsten Broschüren in Leichte Sprache übersetzen. Zwei Hefte zu den Themen Arbeitssuche und Arbeitslosengeld II sind bereits in dieser besonders leicht verständlichen Version erschienen.

„Wir möchten einen barrierefreien Zugang zu unseren Informationen schaffen und den Betroffenen damit mehr Teilhabe und Selbstständigkeit ermöglichen“, erklärt Sabine Schön, Fachkoordinatorin für Inklusion, Rehabilitation und Schwerbehinderung beim Jobcenter EN.

Damit knüpft das Jobcenter an das Modellprojekt „Verwaltungsakte in Leichter Sprache“ der Kreisverwaltung an: In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Technologie und Behinderung der Evangelischen Stiftung Volmarstein werden sukzessive solche Dokumente in Leichte Sprache übertragen, die häufig an Menschen mit Lernschwierigkeiten ausgegeben oder versendet werden. Teil der Übersetzer-Teams sind dabei immer Menschen mit Lernschwierigkeiten: Sie prüfen die Texte auf Verständlichkeit, bevor diese in den Druck gehen. Nur mit ihrer Zustimmung dürfen Dokumente das Qualitätssiegel Leichte Sprache tragen.

Die ersten beiden Jobcenter-Hefte in Leichter Sprache tragen die Titel „Beratung und Vermittlung: Hilfe bei der Arbeits-Suche“ und „Leistungs-Bereich: Hilfe mit Arbeitslosen-Geld 2“. Sie sind in allen Regionalstellen des Jobcenters EN erhältlich und können online heruntergeladen werden (www.enkreis.de, Suchfeld: „leichte Sprache“).

Stichwort UN-Behindertenrechtskonvention

Mit der Übersetzung von Informationsmaterial in Leichte Sprache folgen Jobcenter und Kreisverwaltung einer Vorgabe der UN-Menschenrechtskonvention: Artikel 21 („Recht der freien Meinungsäußerung, Meinungsfreiheit und Zugang zu Informationen“) verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, für die Allgemeinheit bestimmte Informationen auch „in zugänglichen Formaten und Technologien, die für unterschiedliche Arten der Behinderung geeignet sind“ zur Verfügung zu stellen.