Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt funktioniert

Menschen, die mindestens sechs Jahre Hartz IV Leistungen beziehen und arbeitslos sind, bietet der so genannte soziale Arbeitsmarkt seit Jahresbeginn neue Möglichkeiten. Ihre Beschäftigung kann bis zu fünf Jahre gefördert werden. Aus anfangs 100 Prozent Förderung werden Schritt für Schritt 70. Noch Etwas einfacher ist der Einstieg für Eltern mit Kindern, hier reichen bereits fünf Jahre Hartz IV.

Alle Ruhrgebietskommunen - darunter auch der Ennepe-Ruhr-Kreis und Landrat Olaf Schade -haben sich lange Zeit für einen echten sozialen Arbeitsmarkt stark gemacht. „Nicht zuletzt dieses Engagement, auch für die Verlierer des Arbeitsmarktes eine reguläre Beschäftigung zu fördern, hat dazu beigetragen, das neue Gesetz vor gut zehn Monaten in Kraft treten zu lassen“, so Heiner Dürwald, Leiter des Jobcenters EN. Auch wenn viele Details des Gesetzes im Vorfeld umstritten gewesen seien, habe man nun eine Fördermöglichkeit, die tatsächlich funktioniere.

Jahresziel bereits fast erreicht

In Zahlen bedeutet das für den Ennepe-Ruhr-Kreis: Trotz der häufig schwierigen persönlichen Voraussetzungen ist es in den letzten Monaten gelungen, 175 Personen auf eine Stelle zu vermitteln. Für Dürwald ist das angestrebte Jahresziel von 200 damit zum Greifen nah. Für jeden Einzelnen gelte: Dank des Gesetzes erhalten Menschen eine Chance auf eine Beschäftigung, die darauf sonst nie eine Chance gehabt hätten.

Bundearbeitsminister Hubertus Heil und die örtlichen Bundestagsabgeordneten haben sich jetzt mit den Geschäftsführungen der Jobcenter im Kreis Recklinghausen zur Umsetzung des Teilhabechancengesetzes im Ruhrgebiet ausgetauscht. Daran nahmen auch der Wittener Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack und Dürwald, teil.

Abbruchquote liegt unter 5 Prozent

Kapschack ist zuversichtlich, dass der Bund auch weiterhin die für den sozialen Arbeitsmarkt erforderlichen Mittel bereitstellen wird. Zudem werde über die erstmals praktizierte Umwandlung von eingesparten Leistungen zum Lebensunterhalt in Fördermittel weiteres Geld zur Verfügung gestellt. Dieser sogenannte Passiv-Aktiv-Transfer war ebenfalls eine langjährige Forderung der Ruhrgebietskommunen.

Für Befürworter des sozialen Arbeitsmarktes, zu denen auch Landrat Olaf Schade gehört, ist jeder so investierte Euro ein guter Euro. Denn: „Gute Beschäftigung ist wichtig für die Menschen. Es war förmlich zu sehen, wie die Arbeit neuen Mut macht und Zuversicht vermittelt.“ Vor diesem Hintergrund sei auch den Arbeitgebern zu danken, die bereit sind, Personal auf diesem Weg einzustellen. Mut zur Nachahmung sollte anderen die niedrige Abbruchquote von unter 5 Prozent machen.