Der Ennepe-Ruhr-Kreis und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gehen derzeit erhöhten PCB Werten im Gewerbegebiet Ennepetal-Oelkinghausen und im Wohngebiet Büttenberg nach.

Die bisher gesammelten Erkenntnisse waren Grundlage für die Empfehlung, jegliches Gemüse und Obst aus Nutzgärten in Oelkinghausen und Büttenberg nicht zu verzehren. Weitere Erkenntnisse und Ergebnisse sollen Bodenproben, Untersuchungen von Grünkohlpflanzen und Emissionsmessungen liefern.

Das Angebot der Kreisverwaltung, sich mit Fragen an die Mitarbeiter des Umweltamtes und des Fachbereiches Soziales und Gesundheit zu wenden, haben in den letzten Wochen mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger angenommen. Ihre Fragen und Anliegen waren die Grundlage für die nachfolgende Zusammenstellung von Informationen zu besonders häufig gestellten Fragen (FAQs - Frequently Asked Questions).

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Allgemeine Informationen zu PCB

Was sind PCB?

PCB sind eine Gruppe von chlorhaltigen chemischen Verbindungen. Es gibt 209 mögliche, chemisch unterscheidbare Einzelverbindungen (Kongenere).

Allgemein sind PCB sehr temperaturstabil, schwer entflammbar, besitzen eine niedrige elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitig guter Wärmeleitfähigkeit und sind auch gegenüber chemischen Einflüssen stabil. Sie sind gut in Fett, schlecht in Wasser löslich.

Mit ansteigendem Chlorgehalt in den Verbindungen nimmt die Dichte, Fettlöslichkeit und die Persistenz in der Umwelt zu.
 

Wofür wurden sie verwendet?

Aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften (u. a. temperaturstabil, schwer entflammbar, gegenüber chemischen Einflüssen stabil) wurden PCB seit den 30er Jahren bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts produziert und u. a. in Transformatoren, Kondensatoren sowie als Hydraulikflüssigkeit verwendet. Neben dieser geschlossenen Anwendung kamen sie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen u. a. zum Einsatz (offene Anwendung).

Nach Schätzungen beträgt die in Deutschland insgesamt in Verkehr gebrachte Menge an PCB 84.000 Tonnen.
 

Werden sie heute noch verwendet?

PCB dürfen in Deutschland seit 1989 nicht mehr hergestellt oder in den Verkehr gebracht werden (PCB-Verbotsverordnung).

PCB sind aufgrund des jahrzehntelangen Einsatzes in der Umwelt weit verbreitet und auch aktuelle Einträge in die Umwelt stammen hauptsächlich aus diesen "Altlasten": z. B. PCB-haltige Maschinen und technischen Geräte, die verschrottet werden, Hydraulik- und Kühlmedien, die unter Tage unbeabsichtigt freigesetzt werden, PCB-haltige Anstriche oder Fugenmassen in Gebäuden, abgelagerte Industrieabfälle u. a. Aus diesen und weiteren primären Quellen kann durch Aufwirbelung und Ausgasen ein Eintrag in die Umwelt stattfinden.

Daneben können unter bestimmten Bedingungen PCB bei thermischen Prozessen, bei denen chlor- und kohlenstoffhaltige Einsatzstoffe verwendet werden, entstehen.
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Wie gelangen sie in die Nahrungskette?

Aus den genannten Quellen können PCB auf verschiedenen Wegen (s. o.) in die Umgebungsluft, in Gewässer und Böden gelangen.

Aufgrund der hohen Umweltpersistenz (schwerer Abbau in der Umwelt) und der guten Fettlöslichkeit werden sie auf unterschiedlichen Pfaden in Pflanzen und von Tieren aufgenommen und reichern sich dort an. Es gibt Hinweise, dass verschiedene Pflanzenarten Unterschiede in der Anreicherung der PCB aufweisen.

Somit kann es zur Belastung tierischer und pflanzlicher Lebensmittel kommen. Über die Nahrungskette können PCB schließlich in den menschlichen Organismus gelangen.
 

Wie gelangen sie in den Körper?

Der in der Regel für den Menschen bedeutendste Weg, PCB aufzunehmen, ist die Aufnahme über die Ernährung. Mehr als 90 % erfolgt in Deutschland über die Nahrung, wobei hierbei wiederum 90 % auf tierische Lebensmittel entfällt.

Die Aufnahme mit der Außenluft ist normalerweise unbedeutend. Das gleiche gilt auch für die Aufnahme über die Haut, wenn man von besonderen beruflichen Kontakten absieht.

Nach der Aufnahme in den Körper werden PCB im Fettgewebe eingelagert. Der Abbau im Körper ist abhängig von der Anzahl der gebundenen Chloratome. PCB mit niedrigem Chlorgehalt werden schnell verstoffwechselt und ausgeschieden, während höher chlorierte lange im menschlichen oder tierischen Organismus verbleiben können.

Die EU-Kontaminantenverordnung (Stand 2017) und die Nationale Kontaminantenverordnung (Stand 2016) regeln die Höchstgehalte von PCB in verschiedenen Lebensmitteln.
 

Welche Auswirkungen haben Sie auf die menschliche Gesundheit?

PCB-Verbindungen weisen nur in sehr hohen Dosen ein akuttoxisches Potenzial auf. Dies kann im Rahmen von Unfällen wie z. B. durch kontaminiertes Reisöl in Japan 1968 und in Taiwan 1979 vorkommen. Es hat sich aber gezeigt, dass bei lang andauernder chronischer Belastung vergleichsweise niedrige Konzentrationen eine gesundheitsschädliche Wirkung haben können.

Zur gesundheitsschädlichen Wirkungen von PCB liegen eine Vielzahl von Untersuchungen und Studien vor. Die bedeutendsten negativen gesundheitlichen Effekte betreffen das Nervensystem und das Immunsystem. Insbesondere das sich entwickelnde kindliche Nervensystem kann geschädigt werden, was sich u. a. in Störungen der Gedächtnis- und Lernleistungen und Beeinträchtigung des Hörvermögens auswirken kann. Auch Auswirkungen auf das sich entwickelnde Immunsystem von Kindern konnten festgestellt werden, unter anderem in Form erhöhter Infektionsraten und Beeinträchtigung der Immunantworten, beispielsweise auf Routineimpfungen im Kindesalter. Diese Wirkungen auf das Nerven- und Immunsystem werden als die kritischsten Wirkungen von PCB eingeschätzt.

Den vorliegenden Studien ist aber auch zu entnehmen, dass sich das Nerven-und Immunsystem von Erwachsenen als weniger anfällig gegenüber PCB-Belastungen zeigt.

Es konnten weitere gesundheitliche Auswirkungen aus den Studien abgeleitet werden: Auswirkungen auf den Schilddrüsenstoffwechsel, hormonblockierende aber auch hormonähnliche Wirkungen bei Sexualhormonen, Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit, eine Beeinflussung des Fettstoffwechsel und der Leberfunktion. Die Datenlage hinsichtlich der Entstehung von Diabetes und Bluthochdruck ist noch uneinheitlich.

2013 wurde PCB als krebserregend eingestuft, wobei die Krebsentstehung nicht primär auf einer direkten Veränderung des genetischen Materials basiert. Vielmehr ist die krebserregende Wirkung durch Abbauprodukte der PCB und Begünstigung des Tumorwachstums durch andere Auslöser entscheidend. Diese Wirkungen sind beim Menschen erst in deutlich höheren Dosisbereichen zu erwarten als die genannten allgemeintoxischen Effekte.
 

Kann ich die Belastung im Blut feststellen lassen?

Mit einer üblichen Blutuntersuchung, die beispielweise im Rahmen eines Checks beim Hausarzt durchgeführt wird, kann man keine Aussage zu einer PCB-Belastung treffen. Dazu ist ein sogenanntes Human-Biomonitoring erforderlich, das dann etwas über die innere Belastung eines Menschen aussagt.

Zur Risikoabschätzung der PCB-Wirkung wurden 2012 von der Kommission Human-Biomonitoring des Umweltbundesamtes sogenannte HBM-Werte festgelegt, die sich auf die Bestimmung der PCB-Verbindungen 138,153 und 180 als Indikatoren beziehen. Auf der Basis der oben genannten besonders kritischen Effekte auf das Nerven- und Immunsystem wurden 2 Werte zur Beurteilung der PCB-Belastung für die Risikogruppen Säuglinge, Kleinkinder und Frauen abgeleitet.

Eine solche Untersuchung erfordert eine sachgerechte Planung, da die Blutbelastung allgemein abhängig von Ernährungsgewohnheiten und altersbezogen streuen kann.

Außerdem spielt für die konkrete Situation in Ennepetal eine PCB-Verbindung (PCB 47) eine Rolle, die üblicherweise nicht mitgemessen wird. Eine Untersuchung zum jetzigen Zeitpunkt würde mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zielführend sein und ins Leere laufen.

Das bedeutet, dass nach Erhalt weiterer Daten (Bodenproben, Grünkohlproben), die für bestimmte Bevölkerungsgruppen im betreffenden Gebiet eine erhöhte Belastung nahelegen, ein passendes Untersuchungskonzept entworfen würde, das der Situation vor Ort gerecht würde. Dieses würde den Betroffenen dann angeboten.

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Chronologie Ennepetal

Seit wann sind dem Ennepe-Ruhr-Kreis die Partikelniederschläge bekannt?

Im Oktober 2018 wurde im Gewerbegebiet Oelkinghausen ein Partikelniederschlag festgestellt. Die Partikel wurden als weiße Flocken beschrieben, die eine watteähnliche Konsistenz hatten. Proben der weißen Partikel wurden zur Analyse an das Landesumweltamt (LANUV) gegeben. Den Untersuchungsbericht dazu erhielt die Kreisverwaltung am 16.11.2018 mit dem Ergebnis, dass die Flocken 2,4-Dichlorbenzoesäure enthielten. Damit war noch kein Rückschluss auf PCB 47 möglich. Dies und die Ergebnisse von Emissionsberechnungen der Verursacherfirma für die beobachteten Partikelniederschläge, aus denen sich ebenfalls Hinweise auf PCB 47 ergaben, veranlassten das LANUV anschließend zu weitergehenden, aufwändigen PCB Untersuchungen. Mitte März 2019 wurde die Kreisverwaltung durch das LANUV darüber informiert, dass PCB 47 auch analytisch nachgewiesen werden konnte. Daraufhin wurden im März/April 2019 weitere Proben aus Anlagen der Verursacherfirma gewonnen und analysiert. Auch diese enthielten PCB 47.

Die Ergebnisse führten dann am 09.07.2019 zu den bekannten Löwenzahnbeprobungen an Wildpflanzen durch das LANUV. Diese Untersuchungen waren wichtig um festzustellen, ob und wo sich Schadstoffdepositionen in Pflanzen im Gewerbegebiet sowie in der Umgebung des Gewerbegebietes Oelkinghausen wiederfinden.

Die Ergebnisse liegen dem Kreis seit dem 04.09.2019 vor. Erst dann konnte begründet und vorsorglich gewarnt werden. Dies ist am 06.09.2019 erfolgt.
 

Warum wurde nach Bekanntwerden der weißen Partikelniederschläge nicht früher gewarnt?

Weil zum Zeitpunkt des Partikelniederschlags noch nicht bekannt war, dass die Flocken auch PCB enthielten. Aufgrund des Partikelniederschlags war kein Grund zu einer Warnung gegeben. Zuerst musste ermittelt werden, ob und wo Schadstoffemissionen sich tatsächlich in der Umwelt, siehe Gebiet der Verzehrempfehlung, niedergeschlagen haben. Dazu dienten vorab die Löwenzahnuntersuchungen. Weitere Untersuchungsergebnisse zu Bodenproben und Emissionsmessungen bei potentiellen Verursachern folgen.
 

Welcher Bereich ist betroffen und wie verteilt sich die Belastung?

Im Ergebnis der bislang vorliegenden Löwenzahnproben wurde an 6 Stellen der sogenannte Hintergrundwert für PCB überschritten Die Überschreitungen bewegen sich zwischen dem ca. 1,5- bis 6,7-fachen. Alle diese Punkte liegen im Gewerbegebiet Oelkinghausen. Der im Norden des Ortsteils Büttenberg gefundene Wert liegt nahe am Hintergrundwert, zwei weitere Löwenzahnproben im Osten waren unauffällig. 

Mit dem Löwenzahnbericht ist nur ein erstes Schadstoffscreening beabsichtigt und durchgeführt worden. Die Ergebnisse der Emissionsmessungen und der Bodenproben sind zwingend abzuwarten. Diese Ergebnisse werden dann seitens des begutachtenden LANUV bewertet. Letztlich wird das LANUV erst im Frühjahr 2020 (nach Vorlage der Ergebnisse der Grünkohlproben) eine voraussichtlich abschließende Bewertung der Sachlage vornehmen.

Hier gelangen Sie zum Bericht über die Beprobung des Löwenzahns.

Hier gelangen Sie zur Karte des Bereichs.

Legende zur Karte

Punkt Nr.

Messwert

x-fache Menge des Hintergrundwertes

21

5,6

3,29

22

2,5

1,47

23

6,7

3,94

24

9,4

5,53

25

11,3

6,65

26

1,3

0,76

27

1,2

0,71

28

2,1

1,24

Hintergrundwert von Löwenzahn NRW 1,7 µ/kg.


Der Entnahmepunkt 26 befindet sich weiter im Osten außerhalb des Kartenausschnitts.

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Getroffene Maßnahmen

 

Was wurde nach Bekanntwerden der PCB-Belastungen durch den Ennepe-Ruhr-Kreis veranlasst?

Nach Vorlage der Ergebnisse der PCB-Belastungen der weißen Partikelniederschläge Mitte März 2019 erfolgten in zeitlicher Reihenfolge die nachfolgenden Maßnahmen:

  1. 18.03.2019 bis April 2019 Analyse weiterer Stoffproben aus der für den Partikelniederschlag verantwortlichen Firma. Die Ergebnisse lagen am 22.05.2019 vor.
  2. 09.07.2019 Entnahme von Löwenzahlblättern zur Erstellung eines ersten Screenings zu Schadstoffdepositionen in der Umgebung
  3. 15.08.2019 Aufstellung von sechs Grünkohlproben im Bereich der Verzehrsempfehlung
  4. 03.09.2019 Emissionsmessungen in der für den Partikelniederschlag verantwortlichen Firma
  5. 04.09.2019 Ergebnisse der Löwenzahnproben
  6. 06.09.2019 Vorsorgliche Verzehrempfehlung
  7. 12.09. bis 13.09.2019 Entnahme von Bodenproben
  8.  Suche nach weiteren potentiellen Verursachern
     

Wann liegen die Ergebnisse vor?

Die Ergebnisse der Emissionsmessungen liegen voraussichtlich Ende Oktober 2019 vor.

Die Ergebnisse der Bodenproben liegen voraussichtlich nun im Dezember 2019 vor, ein genauer Zeitpunkt lässt sich aber nicht benennen. Die Ergebnisse der Grünkohlproben liegen voraussichtlich im Frühjahr 2020 vor.

Warum dauert das so lange?

Die PCB-Analytik ist allgemein sehr aufwändig und daher entsprechend zeitintensiv. Bodenproben müssen z.B. in mehreren Schritten aufbereitet werden (Trocknen, mehrfaches Sieben, Mahlen). Die Proben können auch nicht nur in einem Labor analysiert werden, sondern müssen an verschiedene qualifizierte Labore versendet werden. Danach muss extrahiert und in mehreren Schritten analysiert werden, ggf. sind dann auch noch Kontrollanalysen erforderlich. Das nimmt entsprechend Zeit in Anspruch. Das LANUV hat dem Kreis versichert, dass die Bodenproben mit hoher Priorität bearbeitet werden, ein genauer Zeitpunkt zur Vorlage kann aber nicht genannt werden.

Die Grünkohlproben bleiben 100 Tage vor Ort stehen, das heißt sie werden erst Ende November geerntet und danach küchenfertig aufbereitet. Auch diese Aufbereitung und die sich anschließenden Analysen sind sehr zeitintensiv und werden bis in das Frühjahr 2020 benötigen.

Des Weiteren kann es beim LANUV zu Sondereinsätzen kommen, die sowohl Personal- als auch Laborkapazitäten beanspruchen, so dass sich zeitliche Verschiebungen ergeben können. Das LANUV ist für den Kreis die oberste Fachbehörde. Insofern ist die Zusammenarbeit mit dem LANUV geboten.

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Vorsorgliche Verzehrempfehlung

Warum erfolgte eine vorsorgliche Verzehrempfehlung?

Aufgrund des Hauptbelastungsweges für den Menschen über die Nahrung wurde eine vorsorgliche Verzehrempfehlung für Obst und Gemüse aus Gärten im betroffenen Gebiet ausgesprochen, die auf den Löwenzahnergebnissen als Screening basieren.

Ob tatsächlich Nahrungspflanzen in dem betroffenen Gebiet eine erhöhte Belastung aufweisen, soll anhand der aufgestellten Grünkohlpflanzen untersucht werden.

Die vorsorgliche Verzehrempfehlung hat zum Ziel zu verhindern, dass eine zusätzliche, möglicherweise erhöhte PCB-Zufuhr durch das dort angebaute Obst und Gemüse stattfindet.

Für welche Lebensmittel gilt sie?

Die vorsorgliche Verzehrempfehlung gilt für sämtliches Obst und Gemüse im gekennzeichneten Gebiet. Diese schließt auch Kräuter und Nüsse ein.

Sofern möglich, könnten bestimmte Obst- und Gemüsesorten eingelagert, eingeweckt oder eingefroren werden bis weitere Daten (Bodenproben, Grünkohlproben) vorliegen und eine weitere Aussagen zum PCB-Gehalt abgeleitet werden können.
 

Kann ich Honig essen?

Die vorsorgliche Verzehrempfehlung des LANUV gilt nur für Obst und Gemüse aus den Gärten des betroffenen Gebietes.
 

Kann ich die Fische aus den Teichen essen?

Die vorsorgliche Verzehrempfehlung des LANUV gilt nur für Obst und Gemüse aus den Gärten des betroffenen Gebietes.

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Verursacher

Wer ist der Verursacher der PCB-Emissionen?

Zurzeit gilt der Verursacher der weißen Partikelniederschläge, die PCB 47 enthielten, als gesichert. Weitere Aussagen zu Verursachern sind erst möglich, wenn die Emissionsmessungen und weitere Untersuchungen abgeschlossen und bewertet wurden.

Wird weiterhin PCB emitiert?

Hierzu sind zurzeit keine abschließenden Aussagen möglich. Es müssen zunächst die Emissionsmessungen, die Bodenproben und die Ergebnisse der Grünkohlbeprobungen abgewartet werden.

Warum werden keine Betriebe stillgelegt?

Zunächst sind die noch ausstehenden Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Für PCBs gibt es keinen Emissionsgrenzwert. Es gilt jedoch ein Emissionsminimierungsgebot nach TA-Luft (Es handelt sich um die bundesweit gültige Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – TA Luft). Es sind daher alle Maßnahmen zu prüfen, die eine Minimierung der Emissionen ermöglichen. Die Maßnahmen müssen dabei geeignet und verhältnismäßig sein.

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Weitere Fragen

Wie sehen die Flocken aus, die als weißlicher Partikelniederschlag aufgetreten sind?

Die Flocken sind weiß, bis zu mehrere Zentimeter groß und sehen wie Schnee bzw. wie Watte aus:
Bild hier klicken.

Was ist bei erneuten weißlichen Partikelniederschlägen zu tun?

Sollten weiße Partikelniederschläge festgestellt werden, ist die Stadt Ennepetal unter Tel.: 02333/979-0 zu informieren. Außerhalb der Dienstzeiten wird eine Telefonnummer angesagt, die ständig besetzt ist.

Können bei mir im Garten auch Proben genommen werden (Boden, Obst oder Gemüse)?

Nein, der Ennepe-Ruhr-Kreis oder das LANUV entnehmen zurzeit keine Proben aus Privatgärten. Die Bodenproben sind an 12 Stellen entnommen worden und die Grünkohlcontainer sind an 6 Stellen aufgestellt worden. Hier müssen zunächst die Ergebnisse abgewartet werden.

Wo kann Obst und Gemüse entsorgt werden?

Das Obst und Gemüse, das vorsorglich nicht verzehrt wurde, sollte über die Restmülltonne entsorgt werden. Sollte diese nicht ausreichend Platz bieten, nimmt die Stadt Ennepetal Anfragen zur Entsorgung unter der Telefonnummer 02333/ 979 - 191 entgegen, Ansprechpartner ist Herr Wiedersprecher. E-Mail: mwiedersprecher@ennepetal.de.

Wer leistet Schadensersatz für Ernteausfall und Entsorgung der Gartenernte?

Dies kann insgesamt erst nach Vorlage beweiskräftiger, abschließender Untersuchungsergebnisse zu Verursachern rechtlich geklärt werden.

Wer leistet Schadensersatz, wenn PCB-Belastungen auf Grundstücken festgestellt werden?

Dies kann insgesamt erst nach Vorlage beweiskräftiger, abschließender Untersuchungsergebnisse zu Verursachern rechtlich geklärt werden.

Können die Kinder weiter im Garten spielen?

Der Hauptbelastungsweg für den Menschen ist die Aufnahme von PCB über die Nahrung. Aus diesem Grund wurde eine vorsorgliche Verzehrempfehlung ausgesprochen (s. unten).

Die in dem Gebiet gewonnen Bodenproben werden untersucht. Eine Aussage, welche PCB-Gehalte vorliegen, kann erst nach Auswertung der Bodenproben getroffen werden.

Allgemein gilt: nach dem Spielen im Garten sollten die Hände gründlich gewaschen werden, insbesondere vor Nahrungsaufnahme.
 

Kann ich weiter stillen?

Das PCB-Verbot spiegelt sich auch in einem Rückgang der Hintergrundbelastung der Allgemeinbevölkerung in den vergangenen 40 Jahren wider, so dass sie deutlich weniger belastet ist als in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dies kann anhand bevölkerungsbezogener Daten zur PCB-Belastung in Blut und Muttermilch gezeigt werden.

Aufgrund der weiten Verbreitung in der Umwelt und ihrer schlechten Abbaubarkeit können PCB auch heute noch in der Muttermilch nachgewiesen werden. Wegen ihrer hohen Fettlöslichkeit reichern sich PCB besonders im Milchfett an und gehen daher auch auf den Säugling über. Gestillte Kinder können somit höhere PCB-Werte als nicht gestillte Kinder aufweisen. Üblicherweise wird aufgrund der Belastung der Muttermilch mit Organochlorverbindungen wie PCB oder Dioxinen nicht empfohlen, das Stillen von Säuglingen einzuschränken, da trotz eventuell erhöhter Gehalte an diesen persistenten Stoffen im Körper die positiven Effekte des Stillens überwiegen.

Schwangeren Frauen und stillenden Müttern aus dem betroffenen Gebiet wird aus Vorsorgegründen besonders empfohlen, der Verzehrempfehlung zu folgen.

Besorgte Mütter können sich auch an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe unter der Telefonnummer 0251 9821-0, E-Mail: poststelle@cvua-mel.de wenden.
 

Wie wird zukünftig informiert?

Der Kreis wird zukünftig über alle weiteren Ergebnisse transparent und in geeigneter Weise informieren. Die Liste der FAQ wird weiterhin ergänzt und aktualisiert, eine Informationsveranstaltung ist in Zusammenarbeit mit dem LANUV geplant.

 

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