Jobcenter EN: „2010 am Ende vom Aufschwung geprägt“

Vertreter und Vertreterinnen von Kreis und Kommunen stellten in Schwelm die Zahlen für 2010 vor.

Vertreter und Vertreterinnen von Kreis und Kommunen stellten in Schwelm die Zahlen für 2010 vor.

In Zahlen: Im Juli verzeichneten die sechs Regionalstellen mit 14.780 Bedarfgemeinschaften noch den Jahreshöchstwert, fünf Monate später waren es nach den vorläufigen Werten noch knapp über 14.100. „Aus statistischen Gründen liegt uns das endgültige Ergebnis erst in einigen Wochen vor, es wird erfahrungsgemäß um gut 300 höher liegen“, so Heiner Dürwald, Leiter des Jobcenters EN. Die der Zahl der Langzeitarbeitlosen ging nach 9.793 im April anschließend bis Ende Dezember um mehr als 1.000 auf 8.786 zurück. Im Vergleich zum Dezember 2009 bedeutet dies ein Minus von 6 Prozent (9.361).

3754 Menschen - Vermittlung auf den 1. Arbeitsmarkt

Das Jobcenter EN konnte im vergangenen Jahr 3.754 Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. „Auch dies spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung wider. Zwar liegen wir noch rund 350 Vermittlungen unter dem Rekord von 2008, aber bereits wieder 50 über dem Wert von 2009“, sieht Dürwald das Tief durchschritten.

Von Bildungsgutscheinen, Einstiegsqualifizierungen, außerbetrieblichen Ausbildungen, betrieblichen Praktika oder Arbeitsgelegenheiten haben im letzten Jahr 18.451 Empfänger und damit gut 1.300 mehr als 2009 profitiert. „Auf diese und eine Vielzahl weiterer Angebote greifen wir immer dann zurück, wenn persönliche und berufliche Fähigkeiten sowie aktuelle Lebenssituation eine direkte Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt unwahrscheinlich machen“, erläutert Dürwald, dem im Bereich Wiedereingliederung für das laufende Jahr allerdings 5,2 Millionen Euro weniger Bundesmittel zur Verfügung stehen.

Mehr Jugendliche kommen in Arbeit

Einen historischen Tiefstand konnte das Jobcenter EN 2010 bei den Jugendlichen verzeichnen. Im Dezember waren nur noch 425 der unter 25-jährigen ohne Beschäftigung. Ein Grund für den Erfolg: Der Betreuungsschlüssel liegt hier bei 1 zu 75. „Damit können wir uns intensiv und individuell um die Betroffenen kümmern, ihnen den Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern und ihnen einen Perspektive geben“, so Dürwald. „Hinzu kommt eine nochmalige deutliche Verbesserung bei den Fördermaßnahmen.“

Auch bei den über 50-jährigen konnte das Jobcenter EN 2010 dank der Beteiligung am Beschäftigungspakt für Ältere, der zusammen mit den Jobcentern der Kreise Unna und Warendorf, der Städte Hamm und Hagen sowie des Märkischen Kreises umgesetzt wird, positive Ergebnisse verbuchen. Mit insgesamt 1.851 Vermittlungen war der Pakt erneut sehr erfolgreich. „Allein im Ennepe-Ruhr-Kreis fanden 223 Betroffene eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Erfreulich für jeden Einzelnen und angesichts des Fachkräftemangelns ein Schritt in die richtige Richtung. Wir können es uns schließlich nicht leisten, Erfahrungen und Qualitäten der über 50-jährigen nicht zu nutzen“, hob Brux hervor.

Als positiv stufen der Landrat und Dürwald die Tatsache ein, dass aus dem Modellversuch Jobcenter EN seit Anfang des Jahres eine Dauereinrichtung geworden ist. „Das hat unter anderem dazu geführt, dass eine Vielzahl von befristeten Arbeitsverträgen inzwischen in unbefristete umgewandelt werden konnte. Dabei hat der Kreis auch die Beschäftigten, die bisher einen Arbeitsvertrag mit den Städten gehabt haben, übernommen.“

Stichwort Jobcenter EN

Seit Januar 2005 betreut und vermittelt der Ennepe-Ruhr-Kreis als so genannte Optionskommune Langzeitarbeitslose in Eigenregie. Um diese Aufgabe zu bewältigen, haben die Kreisverwaltung und die neun kreisangehörigen Städte seinerzeit die JobAgentur EN gegründet. Sie verfügt über sechs Regionalstellen sowie Anlaufstellen in allen Städten. Seit Anfang diesen Jahres wird der zunächst auf fünf Jahre beschränkte Modellversuch unbefristet fortgesetzt, gleichzeitig wurde aus der JobAgentur EN das Jobcenter EN. 2010 wurden im Zusammenhang mit Hartz IV 195 Millionen Euro bewegt, 15 Millionen mehr als 2009. Den Löwenanteil machten dabei das Arbeitslosengeld II (90,5 Millionen Euro) und die Leistungen für Unterkunft und Heizung (60,8 Millionen Euro) aus. Dazu kamen 39 Millionen an Eingliederungshilfen und für Personal- und Verwaltungskosten.

Vergleichsdaten 2010/2009

Ennepe-Ruhr-Kreis

Jahr

Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt

Arbeitslose SGB II im Dezember

Menschen, die von Hartz IV leben im Dezember

2010

3.754

8.786

27.340 (Anmerkung beachten)

2009

3.704

9.361

26.138

Anmerkung: Aus statistischen Gründen liegt der endgültige Wert erst in einigen Wochen vor, dieser wird erfahrungsgemäß um ein bis drei Prozent höher liegen.