Landschaftsplanung

Die Landschaftsplanung konkretisiert die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf mehreren Planungsebenen. In Nordrhein-Westfalen sind dies der Landesentwicklungsplan, die Regionalpläne als Landschaftsrahmenpläne und die Landschaftspläne der Kreise und kreisfreien Städte.

Der Landschaftsplan als kommunales Instrument der Landschaftsplanung definiert Ziele für die Entwicklung von Natur und Landschaft, formuliert Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele und sichert besonders geschützte Teile von Natur und Landschaft als rechtsverbindlich festgesetzte Schutzgebiete. Dies sind:

  • Naturschutzgebiete (NSG)
  • Landschaftsschutzgebiete (LSG)
  • Geschützte Landschaftsbestandteile (GLB)
  • Naturdenkmäler (ND)

Der Geltungsbereich des Landschaftsplans erstreckt sich auf den baulichen Außenbereich. Als kommunale Satzung besitzt der Landschaftsplan mit seinen Festsetzungen Allgemeinverbindlichkeit und wirkt sich damit auf das Handeln von Jedermann aus.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es vier Landschaftspläne für die Räume:

  • Witten, Wetter und Herdecke
  • Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm
  • Hattingen und Sprockhövel
  • Breckerfeld

Die Landschaftspläne sind digital im Geodatenportal des Ennepe-Ruhr-Kreises abrufbar und sind im Kreishaus bei der unteren Naturschutzbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises einsehbar.

Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete)

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Sie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse.

Die FFH-Gebiete wurden aufgrund von Vorkommen von natürlichen und naturnahen Lebensräumen gemäß Anhang I und/ oder Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie an die EU gemeldet. FFH-Gebiete bilden zusammen mit den Vogelschutzgebieten das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist mit 4 FFH-Gebieten am europäischen ökologischen Netz „Natura 2000“ beteiligt.

Die FFH-Gebiete im Ennepe-Ruhr-Kreis sind zugleich in den Landschaftsplänen als Naturschutzgebiete rechtsverbindlich gesichert.

Nationales Naturmonument „Kluterthöhlensystem“

Nationale Naturmonumente sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind wie Naturschutzgebiete zu schützen.

Als eines von insgesamt sechs Nationalen Naturmonumenten in Deutschland (Stand: 05/2020), stellt das Kluterthöhlensystem mit seinen über 385 Mio. Jahre alten versteinerten Riffkörpern und seinem einzigartigen Ökosystem ein national bedeutsames Geotop im Ennepe-Ruhr-Kreis dar.

Ein kleiner Teil der Höhle wird zu Schauzwecken (Besichtigung nur mit Führung) und wegen des besonderen Höhlenklimas für die Behandlung von Atemwegsleiden genutzt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kluterthoehle.de.

Gesetzlich geschützte Biotope

Bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, werden über § 30 Bundesnaturschutzgesetz und § 42 Landesnaturschutzgesetz gesetzlich geschützt. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erfasst die gesetzlich geschützten Biotope in der Biotopkartierung und grenzt sie in Karten eindeutig ab. Die untere Naturschutzbehörde teilt Eigentümerinnen und Eigentümern oder sonstigen Nutzungsberechtigten auf Anfrage mit, ob sich auf ihrem Grundstück ein gesetzlich geschützter Biotop befindet oder ob eine bestimmte Maßnahme verboten ist. Die geschützten Biotope sind über das Geodatenportal des Ennepe-Ruhr-Kreises abrufbar und werden regelmäßig aktualisiert.

Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer erheblichen Beeinträchtigung dieser Biotope führen können, sind verboten. Dies gilt auch für Handlungen, die aus Unkenntnis über den Biotop vorgenommen werden.

Ihre Ansprechperson

Herr Rothstein

H.Rothstein(at)​en-kreis.de 02336 932348Adresse | Öffnungszeiten | Details

Subnavigation