1 Verkehrs- und Mobilitätserziehung als Unterrichts- und Erziehungsauftrag der Schule
Der Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Verkehrserziehung vom 17. 6. 1994
weist der Verkehrserziehung – neben der nach wie vor bedeutsamen Sicherheits -
erziehung – auch Elemente der Sozialerziehung, der Umwelterziehung und der
Gesundheitserziehung zu.


Die Verkehrs- und Mobilitätserziehung ist Aufgabe aller Schulstufen und Schulformen.
Für die im Folgenden genannten Bereiche Sicherheitserziehung, Sozialerziehung,
Umwelterziehung und Gesundheitserziehung gibt die „Rahmenvorgabe für Verkehrs-
und Mobilitätserziehung in der Schule” unterstützende Hilfe zur Ausgestaltung
der schuleigenen Konzepte.
Die Koordinierung und die Durchführung der Verkehrs- und Mobilitätserziehung der
Schule obliegen der Schulleiterin oder dem Schulleiter, die oder der diese Aufgabe
auch einer Lehrerin oder einem Lehrer übertragen kann.

2 Allgemeine Aufgaben und Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung
Es ist Aufgabe schulischer Verkehrs- und Mobilitätserziehung, Kenntnisse zu vermitteln und die für eine verantwortliche Teilnahme am Straßenverkehr erforderlichen Fähigkeiten und Haltungen zu fördern. Die Schule soll die Schülerinnen und Schüler dadurch zu einer reflektierten Mitverantwortung am Straßenverkehr befähigen.

Verkehrs- und Mobilitätserziehung als Beitrag zur Sicherheitserziehung
Schülerinnen und Schülern sollen alle Qualifikationen erwerben, die sie für ein sicherheitsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr benötigen. Dazu gehören das
Erkennen, Beurteilen und Bewältigen spezifischer Situationen im Straßenverkehr,
das Meiden oder Beseitigen von Gefahren sowie angemessenes Verhalten
nach Verkehrsunfällen.

Verkehrs- und Mobilitätserziehung als Beitrag zur Sozialerziehung
Schülerinnen und Schülern sollen in der Verkehrs- und Mobilitätserziehung situationsorientiertes flexibles Verhalten, Rücksichtnahme und Verzicht auf Vorrechte
sowie die Antizipation der Handlungen anderer lernen.

Verkehrs- und Mobilitätserziehung als Beitrag zur Umwelterziehung
Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Faktoren von Umweltbelastungen
und -zerstörungen durch den Verkehr kennen lernen, sich mit ihrem eigenen Verhalten und dem anderer Verkehrsteilnehmer kritisch auseinander setzen und Alternativen zum Verkehrsverhalten und zur Verkehrsgestaltung entwickeln.

Verkehrs- und Mobilitätserziehung als Beitrag zur Gesundheitserziehung
Schülerinnen und Schüler sollen die Einschränkung einer gesundheitsbewussten
Lebensführung durch Lärm und Stress im Straßenverkehr erkennen und befähigt
werden, durch die Wahl geeigneter Verkehrsmittel diese Einschränkungen zu vermindern.

3 Schulstufenspezifische Ziele und Inhalte der Verkehrs- und Mobilitäts-erziehung
Verkehrs- und Mobilitätserziehung sind feste Bestandteile von Unterricht, Erziehung
und Schulleben. Besondere inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit liegen

  • in der Primarstufe im Bereich der Sicherung des Schulwegs und des Radfahrtrainings
  • zum Übergang in die Sekundarstufe I im Bereich der Sicherung des neuen Schulwegs
  • in der Sekundarstufe I im Bereich verantwortungsbewussten Rad- und Mofa-Fahrens
  • in der Sekundarstufe II im Bereich einer reflektierenden Auseinandersetzung mit

Themen der Mobilität, der Verkehrspolitik und der Verkehrswissenschaft.

In der Primarstufe bilden eine umfassende psychomotorische Förderung, die Schu -
lung des Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Anpassungs- und Reaktionsvermögens die
Grundlage der Verkehrs- und Mobilitätserziehung. Übungsmöglichkeiten ergeben
sich u. a. durch Schulweg- und Radfahrtraining. Die Radfahrausbildung stellt einen
Schwerpunkt in den Klassen 3 und 4 dar. Die Schule arbeitet dabei eng mit den
Erziehungsberechtigten und der Polizei zusammen. Die Kinder beginnen, sich mit
Fragen der Umweltbelastung durch den Verkehr und alternativen Möglichkeiten
auseinander zu setzen. Die Grundschulen sind verpflichtet, Schulverkehrspläne zu
erarbeiten.

In der Sekundarstufe I werden sowohl die altersspezifische, in erheblichem Umfang
steigende Teilnahme am Straßenverkehr als auch die Interessen an sozialen,
ökologischen, ökonomischen und technischen Problemen berücksichtigt. Themen,
die auf eine sichere und verantwortungsbewusste Nutzung von Fahrrad und Mofa,
auf eine möglichst rational geleitete Auswahl der Verkehrsmittel und -wege, auf die
für die Teilnahme am Verkehr notwendigen rechtlichen, medizinischen, psychologischen und technischen Kenntnisse und auf Einsichten in grundlegende verkehrspolitische Fragestellungen zielen, stehen im Vordergrund.

In der Sekundarstufe II richtet sich Verkehrs- und Mobilitätserziehung an Jugend -
liche und junge Erwachsene, von denen viele neben dem Fahrrad auch ein motorisiertes Fahrzeug benutzen. Durch ein vertieftes Verständnis für verkehrswissenschaftliche und verkehrspolitische Fragestellungen und durch die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken der Mobilität soll den Schülerinnen und Schülern deutlich werden, wie sie eigenverantwortlich, sicherheitsbewusst und umweltbewusst am Straßenverkehr teilnehmen können.

Verkehrs- und Mobilitätserziehung wird für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf der Grundlage der für die allgemeinen Schulen geltenden Ziele und Inhalte unter Beachtung der behinderungsspezifischen Besonderheiten und der individuellen Förderschwerpunkte durchgeführt.

Im Folgenden ist die Rahmenvorgabe nach Schulstufen gegliedert.
Die Themenkreise und die zugeordneten Inhalte basieren in unterschiedlicher Akzentuierung auf den Bereichen der Sicherheits-, Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung.


3.1 Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Primarstufe
Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Klassen 1 und 2
Die Kinder lernen die Verkehrsrealität in ihrer Umgebung kennen und nehmen deren
Veränderungen bewusst wahr. Sie trainieren ihre intellektuellen und körperlichen
Fähigkeiten, um selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Sie lernen,
sich sicher zu Fuß, mit dem Fahrrad und beim Mitfahren im Schulbus, Bus und
im PKW zu verhalten.

Themenkreis: Schulumgebung und Wohnumgebung
Training der Wahrnehmung und Schulung der Sinne in Bezug auf
– Geräusche
– Lichtzeichen
– Raumorientierung
– Entfernungen
– Geschwindigkeiten
– Formen und Farben als Bedeutungshilfen

Einschränkung der Wahrnehmung in Bezug auf
– Wege unter Zeitdruck
– Wege in der Gruppe
– Wege unter Einfluss unterschiedlicher Stimmungen

Bestandsaufnahme, Situationen und Gefahren der Straße und des Schulwegs
– Bereiche der Straße (verkehrsberuhigte Zonen, Gehweg, Radweg und Fahrbahn)
– Beobachtungen und Erlebnisse auf dem Schulweg
– Überquerungshilfen (z.B. Zebrastreifen)
– Überquerungsgefahren (z.B. parkende Fahrzeuge)
– ausgewählte Verkehrszeichen und Verkehrsregeln
– Schulwegsicherung (z.B. in Kooperation mit der Polizei)

Situationsgerechtes und verantwortungsvolles Verhalten
– Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer
– Abgrenzung vom Fehlverhalten anderer
– Umgang mit Konflikten
– Verhalten auf dem Gehweg
– Verhalten an der Bushaltestelle
– Verhalten im Bus
– Verhalten im Auto
– Sicherung während der Fahrt
– umweltförderliches Verhalten

Themenkreis: Unterwegs bei schlechten Sichtverhältnissen
Auswirkungen von:
– Dunkelheit
– trübem Wetter
– Regen, Schnee, Eis

Bedeutung von:
– hellen Farben und Reflektoren an Kleidung, Rad und Schultasche
– Taschenlampe
– Beleuchtung am Fahrrad

Themenkreis: Bewegungssicherheit und Radfahrtraining
Schulung der Sensomotorik und Reaktionsfähigkeit
– ohne Geräte
– mit Sportgeräten
– mit dem Roller
– mit dem Fahrrad

 Radfahrtraining
– Schulung der Fertigkeiten

Überprüfung der Verkehrssicherheit
– Verkehrssicherheit des eigenen Fahrrads
– Funktionsweisen der Einzelteile
– Tragen des Helms

Situationsgerechtes und verantwortungsvolles Verhalten als Radfahrerin oder
Radfahrer
– auf dem Gehweg
– auf dem Radweg
– auf dem kombinierten Geh-Radweg
– beim Überqueren einer Fahrbahn mit dem Rad

Situationsgerechtes und verantwortungsvolles Verhalten bei sportlicher Betätigung im Verkehrsraum
– mit den Inlinern
– mit dem Skateboard
– mit dem Roller

Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Klassen 3 und 4
Die Kinder lernen, Verkehrssituationen in ihrer Komplexität zu erkennen, sich darauf
einzustellen und sachgerecht und angemessen zu reagieren. Die Kinder üben, sich
selbstsicher, regelbewusst und rücksichtsvoll im Verkehr zu bewegen. Sie lernen,
ihre Umwelt kritisch zu beobachten, Bewährtes zu benennen, zu reflektieren und
ggf. Vorschläge zur Verbesserung zu entwerfen.

Themenkreis: Schulumgebung und Wohnumgebung
Umweltorientiertes Verhalten und Handeln
– Radwegenetz vor Ort
– Nutzungsmöglichkeiten von Verkehrsmitteln
– Nutzungsmöglichkeiten des ÖPNV
– Bewertung verschiedener Verkehrsmittel
– Gesundheitsgefährdung durch Lärm, Abgase und Geschwindigkeit

Verhalten und Handeln im Straßenverkehr
– Anwendung der Kenntnisse über Verkehrsregeln und -zeichen in der Verkehrsrealität
– Verständigung mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern
– Hilfestellung für andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer
– Möglichkeiten der Konfliktbewältigung
– Umgang mit eigenen Emotionen und den Reaktionen anderer

Themenkreis: Bewegungssicherheit und Radfahrausbildung
 Weiterentwicklung der Sensomotorik und Reaktionsfähigkeit
– ohne Geräte
– mit Sportgeräten
– mit dem Fahrrad

Verkehrssicherheit des eigenen Fahrrads
– notwendige Bestandteile
– Funktionsfähigkeit der Bestandteile
– Pflege und Wartung

 Radfahrausbildung
– Theoriekenntnisse in Verkehrsregeln und -zeichen
– Straßenbenutzung (Fahrbahn, Radweg, Gehweg)
– Besonderheiten auf der Fahrbahn
– Verhalten an Ampeln
– Verhalten beim Einfahren in den fließenden Verkehr
– Sicherheitsaspekte des Radfahrens
– Umweltaspekte des Radfahrens
– Gesundheitsaspekte des Radfahrens

Abschluss der Radfahrausbildung
– Überprüfung des theoretischen Wissens
– Überprüfung des praktischen Könnens

3.2 Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Sekundarstufe I
Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Sekundarstufe I vertieft und erweitert die in
der Grundschule erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse durch altersgemäße Inhalte. Dabei kommt gerade in dieser Altersgruppe der Erziehung zur
Verantwortung eine große Bedeutung zu, da die Lebensgestaltung dieser Schülerinnen und Schüler in erheblichem Umfang von der Teilnahme am Straßenverkehr geprägt ist.

Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Jahrgangsstufen 5 und 6
Die Schülerinnen und Schüler trainieren ihre Motorik und Reaktionsfähigkeit weiter,
um sich im komplexen Verkehrsgeschehen auf dem Schulweg und in der Freizeit
sicher bewegen zu können. Sie lernen, sich mit der neuen örtlichen Verkehrssituation
auseinander zu setzen.

Themenkreis: Verkehrssituationen in der neuen Schulumgebung
Bestandsaufnahme, Situationen und Gefahren
– Straßenführung
– Netz der Rad- und Gehwege
– Gefahrenstellen
– Festlegung des Schulwegs in Straßenkarten
– Umgehungsstraßen, Autobahnanbindung
– Angebote und Nutzungsmöglichkeit des ÖPNV
– unbekannte Situationen
– Aggressionen und Gewalt

Bewertung verschiedener Verkehrswege
– Fahrbahnen
– Gehwege
– Radwege
– kombinierte Geh-Radwege
– verkehrsberuhigte Zonen

Anlagen und deren Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf
– Standorte für Verkehrsregelungsanlagen
– Haltestellen für den ÖPNV
– Schulbushaltestellen
– Park- und Halteverbotszonen im Schuleingangsbereich

Themenkreis: Bewegungssicherheit
Training sensomotorischer Fähigkeiten in Bezug auf
– Gleichgewicht
– Koordination
– Reaktion
– visuelle und akustische Wahrnehmung
– Einschätzung von Geschwindigkeiten, Bewegungen, Entfernungen
– Umgang mit Emotionen

Themenkreis: Weiterführung der Radfahrausbildung
Beherrschung des Fahrrads
– Fahrverhalten in komplexen Verkehrssituationen

Regelwissen und Regelverständnis
– Kenntnisse der StVO
– Kenntnisse über Folgen von Risikoverhalten und Übermut

Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Jahrgangsstufen 7 und 8
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Rolle als Verkehrsteilnehmerinnen
und Verkehrsteilnehmer für sich persönlich, in der Gruppe, in Begegnungen mit
anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern. Sie setzen sich mit
Motiven für nicht verkehrsgerechtes Verhalten auseinander und hinterfragen diese
Motive kritisch. Sie analysieren die Verkehrssituationen im Bereich der Stadt und
des Kreises.

Themenkreis: Gruppenverhalten im Straßenverkehr
Reflexion des Verhaltens in der Gruppe
– Einfluss der Gruppe auf das eigene Verhalten und Handeln
– Einfluss des Einzelnen auf die Gruppe
– Bedeutung von Risikobereitschaft, rücksichtslosem Verhalten, Imponiergehabe
– Bedeutung von Stimmungen und Beziehungen
– Akzeptanz von Vorgaben

Themenkreis: Vorausschauendes Verhalten im Straßenverkehr
Reflexion des eigenen Verhaltens
– Verantwortung und Rücksichtnahme
– situationsorientiertes Verhalten
– Sensibilisierung für besondere Gefahren
– Wirkung von Alkohol, Rauschgiften, Medikamenten
– Wirkung von Geschwindigkeit



Einflüsse und Auswirkungen von
– Gefühlen und Stimmungslagen
– Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit
– Unaufmerksamkeit
– Regelwidrigkeit

Verkehrsbedingungen
– Fahrbahnbeschaffenheit
– Wetter- und Lichtverhältnisse
– Bremswege
– Geschwindigkeiten und Kräfte

Themenkreis: Individualverkehr und öffentlicher Personennahverkehr

Sicherheitsbewusstes Verhalten und Handeln
– Verkehrssicherheit des eigenen Fahrrads
– Wartung und Pflege zur Verbesserung der Sicherheit
– Kenntniserweiterung der StVO
– Verhalten am Unfallort

Umweltorientiertes Verhalten und Handeln
– Vor- und Nachteile des Individualverkehrs
– Aspekte der Selbstverwirklichung
– Auswirkungen des erhöhten Individualverkehrs
– Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen
– Belastung durch Abgase, Versiegelung von Naturflächen, klimatische Probleme
– Umweltschutz in Verbindung zur Wahl der Verkehrsmittel

Freizeitaktivitäten und verantwortliche Entscheidungen der Verkehrsmittel
– Statussymbolik, Selbstdarstellung, Imponiergehabe
– Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe

Themenkreis: Verkehrssituationen in der Region
Reflexion der Verkehrssituationen
– Bewertung der Verkehrssituation
– Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation
– Möglichkeiten zur Einflussnahme
– Kontakte zur kommunalen Verwaltung

Ziele der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in den Jahrgangsstufen 9 und 10
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Rolle als verantwortungsbewusste,
zum Teil auch schon motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.
Sie setzen ihre Kenntnisse über die StVO und über umweltgerechtes Verhalten im
Straßenverkehr um. Sie lernen, sich bei Unfällen sachgerecht und angemessen zu
verhalten. Sie setzen sich kritisch mit den Auswirkungen von Alkohol, Rauschgiften
und Medikamenten auf Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auseinander und bewerten diese. Sie prüfen und erproben Möglichkeiten der Einflussnahme auf verkehrspolitische Entscheidungen.


Themenkreis: Verhalten als motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen/ Verkehrsteilnehmer
Der Mofakurs (fakultativ, nicht obligatorisch)
– Training fahrtechnischer Fertigkeiten
– Kenntnisse aus dem Rechtsbereich
– Kenntnisse zu versicherungsrechtlichen Problemen
– Sofortmaßnahmen am Unfallort
– Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit des Mofas
– Prüfung in Theorie und Praxis

Themenkreis: Drogen und Verkehr
Alkohol, Rauschgifte, Medikamente
– Auswirkungen auf die psychische und physische Leistungsfähigkeit
– Auswirkungen auf das Verhalten im Straßenverkehr
– Verantwortung für sich und andere
– Konsequenzen und Sanktionen

Themenkreis: Verkehrsunfälle und die Folgen
Sanktionen bei Verstößen gegen rechtliche Vorgaben
– Begründungen für Sanktionen
– Art und Ausmaß der Sanktionen

Verkehrsunfälle und ihre Folgen
– Verkehrsunfallursachen
– menschliche und gesellschaftliche Aspekte
– gesundheitliche und finanzielle Folgen
– Regulierung von Personen- und Sachschäden
– Aspekte der Versicherungen

Pflichten als Unfallbeteiligte
– Rechtskenntnisse
– Verpflichtungen am Unfallort
– Unfallmeldung

Themenkreis: Verkehrsentwicklung und Verkehrsgestaltung in der Region
Verkehrsentwicklung und Verkehrsgestaltung
– geschichtliche Entwicklungen
– regionale Verkehrsplanung
– Alternativen zur vorhandenen Verkehrsführung
– Möglichkeiten der Einflussnahme auf Beratungen, Entwicklungen und
   Gestaltungen im ortsnahen und regionalen Bereich

Verkehrsmittel und Verkehrswege
– wirtschaftliche Zusammenhänge (Transportkonzepte: Land, Wasser, Luft)
– gesellschaftliche Zusammenhänge (Massentourismus)
– Verkehrspolitik


3.3 Verkehrs- und Mobilitätserziehung in der Sekundarstufe II
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II nehmen zunehmend als motorisierte
Fahrerinnen und Fahrer am Straßenverkehr teil. Statistiken zufolge ist gerade diese
Gruppe der jungen Fahrerinnen und Fahrer in einem hohen Maße unfallgefährdet.
Dieser Umstand ist im Wesentlichen auf einen starken emotionalen Bezug zum
Fahrzeug, geringe Erfahrung und auf den Fahrstil der jungen Leute zurückzuführen.
Daher ist es dringend erforderlich, neben der kognitiven Beschäftigung mit dem Gegenstand – Fahrzeugtechnik, Fahrphysik, Gefahrenlehre – vor allem die affektiven
und psychosozialen Aspekte des Verkehrsverhaltens dieser Altersgruppe zu beachten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen durch Diskussion, Reflexion und Beratung zu
einer sicherheitsorientierten, verantwortlichen, umweltschonenden und gesundheitsbewussten Mobilitätsgestaltung angeleitet werden.

Themenkreis: Gefahren und Risiken bei der Teilnahme am Straßenverkehr
Gefährdungsfaktoren bei der Teilnahme am Straßenverkehr
– mangelnde fahrpraktische Fertigkeiten
– fehlende Erfahrung
– persönliche, soziale und emotionale Gründe für risikoreiches Verhalten
– Risiken durch überhöhte Geschwindigkeit
– Einschränkung der sensomotorischen Leistungen durch Alkohol, Rauschgifte,
   Medikamente
– verändertes Fahrverhalten durch Müdigkeit, Stimmungen, Musik
– Grenzen der visuellen und akustischen Wahrnehmung
– Grenzen der Fahrphysik
– Gruppendruck

Themenkreis: Partnerschaftliches Verhalten
Rücksichtsvolles und mitverantwortliches Verhalten und Handeln
– Reflexion des eigenen und fremden Verkehrsverhaltens
– Umgang mit Emotionen und Aggressionen

Erkennen von Fehlverhalten
– Risikobereitschaft, Imponierverhalten
– Fehleinschätzung des eigenen fahrpraktischen Könnens
– Nichtbeachtung anerkannter gesellschaftlicher Normen und Werte

Themenkreis: Umwelt und Mobilität
Umweltaspekte
– Verkehrsaufkommen und Umweltschutz
– Straßenbau und Naturflächen
– Folgekosten erhöhter Mobilität
– Kommunikationstechnologie und Mobilität

Mobilitätsaspekte
– Bestandteil des menschlichen Selbstkonzeptes
– Verantwortung jedes einzelnen Menschen
– Verantwortung des Staates
– Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Umwelt


Themenkreis: Lebens- und Gestaltungsraum Verkehr
verantwortliche Mitwirkung an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen im Lebens- und Gestaltungsraum Verkehr
– Gewinne und Einbußen an Lebensqualität
– Notwendigkeit und Strategien zur Verkehrsvermeidung
– alternative Verkehrskonzepte
– Förderung des ÖPNV

Veränderungen im Lebens- und Gestaltungsraum Verkehr
– Abläufe in Planung und Gestaltung
– politische Entwürfe
– Engagement auf verschiedenen Ebenen

4 Didaktisch-methodische Grundsätze der Unterrichtsgestaltung
Verkehrs- und Mobilitätserziehung soll variable und unterschiedliche Arbeitsformen
und unterschiedliche Lernorte berücksichtigen.
Originäre Situationen im realen Straßenverkehr sind besonders geeignet, Verhaltensweisen zu trainieren und Kenntnisse und Regeln anzuwenden.
Über den Fachunterricht hinaus sollen in allen Schulstufen weitere Formen der Lern- und Unterrichtsorganisation (z.B. fächerübergreifende Vorhaben, Projekte) realisiert
werden.
Zusätzliche Aufgabenstellungen können auch in Arbeitsgemeinschaften und weiteren
schulischen Angeboten bearbeitet werden:
- Der Aufbau eines Verkehrshelferdienstes (Schülerlotsen) hilft Verantwortungs-
  bewusstsein und Hilfsbereitschaft zu entwickeln.
-  Alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I erwerben Kenntnisse aus dem
Bereich „Erste Hilfe“. Diese Ausbildung kann in Absprache und mit Unterstützung
der örtlichen Hilfsorganisationen erfolgen.
- Der Aufbau einer Schulsanitätsgruppe, in der die Schülerinnen und Schüler lernen,
„Erste Hilfe” zu leisten und ggf. für schulinterne bzw. schulexterne Veranstaltungen
als Sanitäterin bzw. Sanitäter zur Verfügung stehen.
- Die Fahrrad- und Mofaausbildung kann durch eine Schulwerkstatt unterstützt
werden, in der Schülerinnen und Schüler unter fachlicher Anleitung die Reparatur
und Wartung ihrer Fahrzeuge durchführen können.
Die Zusammenarbeit der Schule mit außerschulischen Einrichtungen ist grundsätzlich anzustreben. Sie ist in allen Schulstufen und Schularten zu pflegen und auszubauen.
Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei bezieht sich u. a. auf die Schwerpunkte Schulwegplanung, Schulwegsicherheit, Radfahrausbildung und die Ausbildung von Schülerlotsen. Sie erstreckt sich darüber hinaus auf verkehrspolizeiliche Beratung bei Unterrichtsvorhaben und auf die Zusammenarbeit mit Fachberatern und Verwaltungsbehörden.
Zur Ausgestaltung der Verkehrs- und Mobilitätserziehung bieten außerschulische
Einrichtungen (z.B. Behörden, Verbände, Vereine, Firmen, der ADAC und andere
Automobilclubs), die größtenteils im Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) zusammengeschlossen sind, Hilfen an. Mit der Deutschen Verkehrswacht und ihren
Untergliederungen besteht eine enge Zusammenarbeit (Schülerlotsen, Unterhaltung
von Jugendverkehrsschulen, Herausgabe von Unterrichtsmaterialien). Unfallhilfsdienste vermitteln Kurse in „Erster Hilfe” und zu Sofortmaßnahmen bei Unfällen.

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