NRW. integrativ - Ein aufeinander abgestimmtes Netzwerk von AkteurInnen vor Ort
Am 26. Februar 2025 wurde im Rahmen des 10. Integrationskongresses des Landes Nordrhein-Westfalen das Modellprojekt NRW.integrativ der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, die Integration von Zugewanderten in NRW, insbesondere in den Arbeitsmarkt, nachhaltig zu fördern. Ministerin Josefine Paul betonte bei der Vorstellung die besondere Bedeutung von Arbeitsmarktintegration und gesellschaftlicher Teilhabe für neu zugewanderte und geflüchtete Menschen. Sie hob NRW.integrativ als gelungenes Beispiel für eine effektive und praxisnahe Zusammenarbeit verschiedener Akteure hervor.
Das Projekt NRW.integrativ wird im Rahmen des Kommunalen Integrationsmanagements (KIM) ins Leben gerufen und versteht sich als strategische Brücke zwischen Zugewanderten, kommunalen Strukturen und Unternehmen. Ziel ist es, Menschen mit internationaler Einwanderungsgeschichte gezielt auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorzubereiten, mit einem besonderen Fokus auf individuelle Bedarfe. Denn viele der Teilnehmenden bringen die Motivation mit, beruflich Fuß zu fassen, wissen jedoch oft nicht, wo sie beginnen sollen. Genau hier setzt NRW. integrativ an.
Durch das fallorientierte KIM Case Management werden individuell passende Maßnahmen vermittelt, etwa Sprachkurse oder berufsbezogene Qualifizierungen. Gleichzeitig fungiert das Projekt als wichtiges Bindeglied zu institutionellen Partnern. Es identifiziert systemische Schwächen und gibt diese gezielt an Koordinierungsstellen weiter, die wiederum passende Projektgruppen ins Leben rufen können.
Ein zentrales Element von NRW.integrativ ist die enge Einbindung von Unternehmen, die als Schlüsselakteure der Integration betrachtet werden. Nur im Zusammenspiel mit Arbeitgebern, Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit, Ausländerbehörden, der IHK und weiteren kommunalen Partnern kann ein tragfähiges Netzwerk entstehen, das Integration erfolgreich gestaltet. Durch die gezielte Vermittlung qualifizierter Fachkräfte profitieren Unternehmen direkt vom Projekt. So wird dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und die Wirtschaft nachhaltig gestärkt.
NRW.integrativ befindet sich derzeit in der Pilotphase, die in ausgewählten Ruhrgebiets-Kommunen erfolgreich gestartet ist. Ziel ist es, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln, um die Maßnahmen weiterzuentwickeln und später auf weitere Regionen auszuweiten. Die Umsetzung erfolgt kostenneutral mit bestehenden personellen und finanziellen Ressourcen aus dem Kommunalen Integrationsmanagement (KIM). Zusätzliche Mittel oder geförderte Stellen sind nicht vorgesehen Case ManagerInnen und KoordinatorInnen vor Ort übernehmen dabei zentrale Aufgaben und erproben, welche Instrumente sich langfristig bewähren.
Da sich das Projekt noch in einer frühen Phase befindet, lassen sich derzeit noch keine abschließenden Aussagen über konkrete Erfolgsfaktoren treffen. Die gesammelten Erfahrungen werden jedoch eine wichtige Grundlage für die künftige Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Programms bilden.
NRW.integrativ zeigt: Integration ist kein Einzelprojekt, sondern gelingt nur gemeinsam, durch Vernetzung, Austausch und den festen Willen, Zugewanderten echte Chancen zu eröffnen.